Rechtstipp: Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie

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Was bedeutet Gewährleistung?

Bei der Gewährleistung geht es um den Zustand der Ware bei Gefahrübergang. Bei Übergabe der Ware vom Zusteller an den Kunden findet ein sogenannter Gefahrübergang statt. Zu diesem Zeitpunkt muss die Ware die vereinbarte Beschaffenheit aufweisen. Oder anders ausgedrückt: Der Kunde muss die Ware so bekommen, wie sie ihm vertraglich zugesichert wurde.

 

Zeigt sich erst im Nachhinein, dass die Ware beschädigt ist oder nicht richtig funktioniert, muss der Händler während der ersten sechs Monatenach Gefahrübergang beweisen, dass der Mangel zum Zeitpunkt der Übergabe noch nicht vorhanden war. Dieser Entlastungsbeweis ist schwer zu führen. Nach Ablauf der sechs Monate verschiebt sich die Beweislast. Dann muss der Kunde beweisen, dass der Mangel schon vorhanden war, als er das Produkt in Empfang genommen hat.

 

Liegt ein Mangel vor, so steht dem Kunden zunächst das Recht auf Nacherfüllung zur Verfügung. Nacherfüllung bedeutet entweder die Behebung des Mangels, also die Reparatur, oder die Lieferung einer mangelfreien Sache. Der Kundekann wählen, auf welche Art er die Nacherfüllung wünscht. Sämtliche Kosten der Nacherfüllung hat der Verkäufer zu tragen. Der Verkäuferkann die vom Käufer gewählte Art der Nacherfüllung verweigern, wenn diese Art der Nacherfüllung unmöglich ist oder mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden ist.

 

Nach zweimaligem Fehlschlagender Nachbesserung hat der Kunde das Recht, vom Vertrag zurückzutreten, mit der Folge, dass der Vertrag rückabgewickelt wird. Der Kaufpreis ist dann vom Verkäufer zurückzuerstatten.

 

Für die Zeit, in der die Sache vom Kunden genutzt wurde, kann der Verkäufer vom Kunden einen Nutzungswerter-satzverlangen, der sich an der Nutzungszeit orientiert.

 

Die Gewährleistung ist ein gesetzliches Recht des Käufers gegenüber dem Verkäufer. Während sie bei neuen Waren nicht eingeschränkt werden kann, besteht bei gebrauchten Produkten die Möglichkeit, die Gewährleitungsfrist von zwei auf ein Jahr zu verkürzen. Eine solche Einschränkung kann in den AGB vorgenommen werden.

 

Was bedeutet Garantie?

Ob eine Garantieeingeräumt wird, entscheidet der Online-Händler selbst. Wenn eine Garantie gewährt oder über-haupt auf der Internetseite das Wort „Garantie” verwendet wird, sind die gesetzlichen Anforderungen zu beachten.

 

Demnach müssen die Bedingungen, unter denen die Garantie greift, in einer verständlichen Garantieerklärung niedergelegt sein. Diese Erklärung muss einen Hinweis darauf enthalten,

 

•wofür garantiert wird,

•wer garantiert (Anschrift des Garantiegebers),

•wo und wie lang die Garantie gilt,

•dass neben der Garantie die gesetzlichen Gewähr-leistungsrechtebestehen.

 

Form: Der Verbraucher kann verlangen, dass ihm die Garantie in Textform (z.B. per E-Mail, Brief) mitgeteilt wird.

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