Rechtstipp: Keine Werbung mit eigenen Gütesiegeln

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Wer mit Gütesiegeln Werbung macht, kann sich tendenziell großer Aufmerksamkeit sicher sein. Doch Vorsicht: Ein Gütesiegel sollte auch tatsächlich von einer neutralen Instanz verliehen werden, und nicht etwa von einem selbst, wie jetzt das Landgericht Köln entschieden hat (Az.: 31 O 491/11). Werbung mit einem Gütesiegel, das auf Kundenbewertungen beruht, sei irreführend und unlauter, so das Urteil der Richter.

 

Der Betreiber des Hotelbewertungsportals ”holidaycheck.de” hatte gegen ein Konkurrenzportal geklagt. Dieses vermittelte ebenfalls Reisen und Zimmer über das Internet. Die angebotenen Hotels wurden auf den Seiten mit Gästebewertungen, mit einem ”Gütesiegel der Touristik” beworben. Die Klägerin hielt dies für irreführend, weil bei den Nutzern der Eindruck entstünde, es handele sich um ein offizielles Gütesiegel.


Auch das Landgericht hielt das Siegel für unzulässig, weil die Verbraucher erwarten, dass dieses nach einer Prüfung durch eine neutrale Instanz verliehen werde. Die ausgewiesene Bewertung sei nicht objektiv und unabhängig erfolgt, urteilten die Richter. Sie basiere auf den persönlichen Meinungen von  Hotelbesuchern, die nicht ausreichend überprüft worden seien. Der Zusatz “der Touristik” erwecke gemeinsam mit dem “Gütesiegel” zudem den unzutreffenden Eindruck, dass es sich um ein Siegel eines anerkannten Verbandes handele.

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