Preissuchmaschinen: Das ungenutzte Umsatz-Potenzial

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Bis zu 75 % aller Verbraucher nutzen Preissuchmaschinen, um die Preise von Online-Shops für ausgewählte Produkte zu vergleichen. Wer als Shop-Betreiber seinen Umsatz steigern will, sollte mit seinen Angeboten auf den Preisportalen zu finden sein. Das gilt für einige Branchen ganz besonders. Welche das sind und welche Preissuchmaschinen von den Kunden bevorzugt genutzt werden, zeigt dieser Artikel.

 

Wer online shoppt, kauft häufig nicht einfach das gewünschte Produkt in einem beliebigen Webstore, sondern vergleicht zuvor erst einmal die Preise. Wie eine aktuelle Statista-Studie zeigt, rufen je nach Produktkategorie bis zu 75 % aller Verbraucher Preissuchmaschinen auf, um dort die günstigsten Anbieter für ihr Wunschprodukt zu finden. Besonders gerne genutzt werden die Preisportale bei elektronischen Gegenständen (Männer: 75 %, Frauen: 60 %) und Haushaltselektrogeräten (Männer: 65 %, Frauen: 53 %). Bei Kleidung und Schuhen vergleichen mehr Frauen (57 %) als Männer (43 %) die Preise vor dem Kauf. Auch bei Möbeln (Männer: 37 %, Frauen: 34 %) und Büchern  (Männer: 38 %, Frauen: 24 %) sind Preissuchmaschinen sehr beliebt.

 

Auswertung von Hitmeister zur Bedeutung von Preissuchmaschinen

 

Ausführliche Informationen, in welchen Produktkategorien Preissuchmaschinen besonders erfolgreich als Marketing-Instrument eingesetzt werden, zeigt auch eine Auswertung von Shopanbieter.de und dem Online-Shopping-Portal Hitmeister. Dabei wurde anhand der Daten von Hitmeister untersucht, wie hoch der Käuferanteil über Preisvergleichsseiten am gesamten Traffic bei den unterschiedlichen Produktkategorien im ausgewählten Zeitraum gewesen ist. Überdurchschnittlich viele Käufe haben die Preisportale demnach in den  Kategorien Autos & Motorräder (+ 32 % verglichen zum Gesamtdurchschnitt), Baby- und Kind-Artikel (+ 26 %) sowie Sport & Freizeit (+ 21 %) generiert. Unterdurchschnittlich war das Ergebnis hingegen in den Bereichen Lebensmittel & Genuss (- 31 %), Medien (- 30 %) und Kleidung & Accessoires (- 0,27 %).

 

 

Preissuchmaschinen sorgen für eine große Reichweite

 

Für Shop-Betreiber stellt sich nicht nur die Frage, ob, sondern auch mit welchen Preissuchmaschinen sich eine Zusammenarbeit lohnen könnte. Ein wichtiges Kriterium für die Auswahl ist natürlich die Reichweite. So zählt alleine Billiger.de pro Tag über 300.000 Besucher. Branchenprimus ist das Preisportal damit jedoch nicht. Auf Platz 1 liegt die Axel-Springer-Tochter Idealo.de. Pro  Monat lockt  das Portal über 10 Mio. Besucher an. Diese Zahlen sind ein eindeutiges Indiz dafür, wie viele potenzielle Kunden Online-Shops durch die Listung der Angebote auf Preissuchmaschinen erreicht werden können.

 

Wo beginnen Verbraucher ihre Preisrecherche?

 

Trotz der hohen Reichweite der Preissuchmaschinen rufen die meisten Anwender diese nicht direkt auf, wenn sie nach günstigen Anbietern suchen. So hat Statista in einer aktuellen Studie ermittelt, auf welchen Seiten die Verbraucher normalerweise zuerst die Preise vergleichen. Und hier liegt mit einem Anteil von 50 % Google klar auf Position 1. Es folgen gleichauf Billiger.de, Idealo.de und Guenstiger.de mit jeweils 12 %. Die restlichen 14 Prozentpunkte verteilen sich auf die weiteren Preissuchmaschinen.

 

Der große Marktanteil von Google ist kein Widerspruch zur 10-Millionen-Reichweite von Idealo. Tatsächlich nämlich bedeutet die Zahl von 50 % nicht, dass jeder zweite Nutzer die Preise ausschließlich mit Google Shopping vergleicht. Stattdessen führt eine Google-Recherche die Verbraucher vielfach direkt zu den Preissuchmaschinen. Und so wiederum erklärt sich deren große Reichweite. Die Suchmaschinen weisen bei vielen unterschiedlichen Produkten und Produktkategorien hohe Rankings in den Google SERPs auf. Davon können Online-Shops von groß bis klein profitieren, indem sie dort mit ihren Angeboten präsent sind. Ansonsten würden die meisten Google-Nutzer auf die entsprechenden Shops nämlich möglicherweise gar nicht erst aufmerksam. Da viele Verbraucher nicht nur eine Preissuchmaschine in Anspruch nehmen, um nach günstigen Anbietern zu fahnden, sondern die Ergebnisse mehrerer Preisportale miteinander vergleichen, können Online-Shops ihre Sichtbarkeit im Web durch die Zusammenarbeit mit den großen Preissuchmaschinen im Web spürbar steigern.  

 

Shopauswahl ausschließlich durch Preissuchmaschinen

 

Eine interessante Auswertung zur Bedeutung von Preissuchmaschinen liefert eine weitere Statista-Studie. Dort wurde unter anderem folgendes abgefragt: „Im Internet gibt es inzwischen zahlreiche Preisvergleichs- und Bewertungsportale. Wie häufig informieren Sie sich vor Anschaffungen oder Reisebuchungen auf solchen Portalen?“. 30,7 % der Befragten gaben hierauf folgende Antwort: „Vor nahezu jedem Online-Kauf bzw. jeder Buchung.“ 26,6 % gaben an: „Bei den meisten Online-Einkäufen bzw. Buchungen.“ Für Shop-Betreiber sind diese Zahlen von großer Bedeutung. Sie sagen nämlich aus, dass sie mit ihren Angeboten über 57 % aller potenziellen Neukunden gar nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt erreichen können, wenn sie darauf verzichten, auf Preissuchmaschinen mit ihren Angeboten zu werben!

 

 

Preisportale: Nur für Shops mit „Kampfpreisen“ interessant?

 

Trotz der nachgewiesenen hohen Reichweite und attraktiven Konvertierungsraten von teilweise über 6 % meiden immer noch viele Online-Händler die Listung auf Preissuchmaschinen. Häufig hört man dabei die Argumente, dass sich eine Zusammenarbeit nur für Shops lohnt, die versuchen, Kunden über extrem günstige Preise zum Kauf zu animieren. Wer hingegen nicht unter den günstigsten Anbietern zu finden ist, hat kaum eine Chance auf Klicks. Außerdem spreche man mit Preissuchmaschinen hauptsächlich preissensitive Käufergruppen an, bei denen die Wahrscheinlichkeit von Folgekäufen sehr gering ist. Dem widerspricht jedoch der E-Commerce-Experte Andreas Wellensiek im Interview mit shopanbieter to go: „Der Preis ist nur ein Kriterium beim Online-Einkauf, aber dennoch gibt es Unterschiede, was die späteren Bestandskunden betrifft. Über Preissuchmaschinen kann man sich recht schnell einen Preis- und Händlerüberblick verschaffen. Manchmal findet man auch alternative Produkte, die vielleicht ebenfalls in Frage kommen.“

 

Eine wichtige Kauf bzw. Klickentscheidung in Preisportalen stellen auch Informationen zu den angebotenen Zahlarten und ggf. Gütesiegel etc. dar. Außerdem, bieten die meisten Preisvergleicher bieten die Möglichkeit, Shop-Adresse, Logo und ggf. eine kurze Beschreibung darzustellen. Dies schafft nicht nur Vertrauen, sondern zahlt auch in den Brand des Online-Shops ein.

 

Doch lohnen sich die Preisportale nicht hauptsächlich für Produkte aus dem Elektronik- und Haushaltsgerätebereich, wie dies auch die Statista-Zahlen andeuten? Das sieht Wellensiek anders: „Es eignen sich grundsätzlich alle Produkte, es ist eher eine Frage der Philosophie, der Marketingstrategie und des Budgets. Sicherlich sind technische Produkte besonders geeignet, auch aus den Bereichen Bekleidung und Wohnen sowie mit Freizeitartikeln lassen sich über Preisvergleiche gute Umsätze erzielen.“

 

Preissuchmaschinen sind also für alle Online-Shops ein wertvoller Traffic-Lieferant. Egal, wie groß die Shops sind und egal, welche Produkte sie verkaufen. Wirklich lohnenswert wird eine Zusammenarbeit aber erst dann, wenn man die Abläufe beim Datenabgleich automatisiert und permanent Kosten und Nutzen überwacht.

 

Die aktuelle Ausgabe des kostenlosen Online-Händlermagazins shopanbieter to go zeigt im Themen-Special „Umsatzbooster Preisportale“, wie Preissuchmaschinen effektiv zur Neukundengewinnung genutzt werden können. Außerdem erfahren Shop-Betreiber, wie sie durch ein professionelles Produktdaten-Marketing die Zusammenarbeit mit Preissuchmaschinen effizienter gestalten können.

 

Außerdem hält die aktuelle Ausgabe einen umfassenden Google Shopping – Guide für Anfänger, Fortgeschrittene und Experten bereit. Die aktuelle sowie alle bisherigen Ausgaben des kostenlosen Online-Händlermagazins stehen unter http://www.shopanbieter.de/to-go zum PDF-Download bereit.

 

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