Praxistipp: Das müssen Sie beim Umtausch im Onlinehandel beachten!

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Die falsche Farbe, Größe oder ganz einfach ein falscher Geschmack - Alle Jahre wieder finden sich unterm Weihnachtsbaum Präsente, die die Beschenkten ein paar Tage später postwendend umtauschen möchten. Während der Umtausch im Ladengeschäft, wenn das Produkt nicht gerade fehlerhaft war, eher von der Kulanz des Verkäufers abhängig ist, gilt beim Onlinehandel ein generelles Umtauschrecht, das die Gesetzgebung und Rechtsprechung damit begründet, dass Online-Käufer beim Shoppen nicht die Möglichkeit haben, ihre Produkte näher in Augenschein zu nehmen oder gar anzuprobieren.

Im Folgenden sind einige wichtige Hinweise für Händler und Käufer zum Umtausch von gekaufter Ware im Internet.   

 

Rückgaberecht beim Onlinekauf

Beim Kauf im Internet, eine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung vorausgesetzt, haben Kunden 14 Tage Zeit, ihre Ware zurückzusenden und sich den Kaufpreis auszahlen zu lassen. Dabei hat der Onlinehändler keinen Spielraum, er muss die Ware zurücknehmen – sofern der Kunde, wie im Geschäft auch – einen Beleg vorweisen kann. Die Kosten für die Rücksendung trägt der Kunde nur dann, wenn der Wert der Ware unter 40 Euro liegt. Bei teuren Käufen, die noch nicht bezahlt wurden, kann der Shopbetreiber verlangen, dass der Kunde die Rücksendekosten auch bei Bestellungen im Wert von über 40 Euro trägt. Ab 2014 gibt es eine grundlegende Änderung, denn ab dann dürfen Shopbetreiber ihren Kunden die Rücksendekosten bei einer Retoure auferlegen.

 

Abweichungen vom Widerrufsrecht

Abweichend von den allgemeinen Regelungen kann das Widerrufsrecht bei Online-Bestellungen von Videos, DVDs, Software oder CDs schnell erlöschen, wenn eine vorhandene Versiegelung geöffnet oder beschädigt wurde. Nur wenn die Ware noch versiegelt ist, kann sie problemlos zurückgegeben werden. Zudem gilt das Widerrufsrecht nur für einen Kauf bei gewerblichen Händlern. Wer auf einer Internetplattform bei einem Privatanbieter etwas kauft, dem wird kein Widerrufsrecht eingeräumt. Generell vom Rückgaberecht ausgeschlossen sind zum Beispiel Pauschalreisen, Hotelbuchungen oder Konzerttickets sowie individuell angefertigte oder verderbliche Produkte. Wer sich beispielsweise einen individuellen Jahreskalender oder ein Fotoalbum hat zusammenstellen lassen, wird Schwierigkeiten beim Umtausch bekommen.  

 

Tipps zum Zurückschicken

Wer Geschenke zurückschicken will, sollte dafür die Originalverpackung des Herstellers verwenden. Außerdem muss die Ware sicher verpackt sein, damit sie nicht beschädigt werden kann. Obwohl der Händler das Versandrisiko bei der Rücksendung trägt, gilt dies nicht, wenn die Ware durch unsachgemäße Verpackung beschädigt wurde. Darüber hinaus sollte mit dem Händler über die Kosten der Rücksendung gesprochen werden.Viele Online-Händler bieten ihren Kunden mittlerweile einen Post-Aufkleber per E-Mail an, mit dem die Ware kostenlos zurückgeschickt werden kann.

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