Was man von einer Jungunternehmerin lernen kann

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Wiebke Meyer-Lüters ist die Gründerin von FunCases, studiert nebenbei Design in Münster und absolviert aktuell ein Praktikum bei der shopware AG. Wir haben die junge Unternehmerin interviewt und gefragt, ob sie uns ihr Erfolgsgeheimnis und einige Tipps verrät.

Liebe Wiebke, erzähl uns doch einmal, was hinter FunCases steckt. 

FunCases steht für Lebensfreude und Lifestyle, daher steckt das Wort „Spaß“ auch schon im Namen. Wir bieten Handyhüllen mit Design-Einlegern zum Wechseln. Gegründet habe ich das Unternehmen im Jahr 2015 zusammen mit meinen zwei jüngeren Schwestern Katharina (Studium Wirtschaftsinformatik) und Elisa (11. Klasse).

Die Idee kam mir auf meiner 6-monatigen Reise nach dem Abitur. Ich habe schon immer Postkarten oder Fotos zugeschnitten und sie hinter meine transparente Handyhülle gelegt. Wieso dieses Prinzip also nicht professionell weiterentwickeln? Da ich seit meiner Kindheit für mein Leben gerne male und zeichne, lag es nahe, dass ich auch für die Erstellung der FunCases-Motive Pinsel und Stift zur Hand nahm. Als meine Schwester Katharina und ich schließlich bis zu 150 Motive entwickelt hatten, fuhr ich zu einer kleinen Druckerei in unserer Heimatstadt und ließ die ersten Einleger drucken. Wir starteten mit Einlegern für iPhone 5 und 6.

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Heute bieten wir Handyhüllen und Einleger für alle iPhones ab dem iPhone 5, sowie die Samsung Galaxy Reihe an. Einen großen Sprung machte FunCases im Februar diesen Jahres vor allem mit der neuesten Einleger-Kollektion, bei welcher wir Motive in Metallicfarben auf Folie haben drucken lassen. Seit kurzem umfasst das FunCases-Sortiment auch Turnbeutel, Folienballone und ArtPrints. Im Herbst dieses Jahres feiert außerdem unsere erste Schmuckkollektion ihr Debut.

Woran orientiert sich das Design Eurer Produkte? 

Bei der Produkt- und Shopgestaltung orientieren wir uns an aktuellen Social-Media Trends und Styles, die uns auch selbst gut gefallen. Unsere Zielgruppe ist zu 95% weiblich und zwischen 13 – 35 Jahre alt ist, weshalb wir uns selbst sehr damit identifizieren können und umso mehr Spaß an der Entwicklung neuer Produkte haben. Für uns hat die Qualität und die Gestaltung unserer Produkte höchste Priorität.

Handyhüllen gibt es wie Sand am Meer. Was ist das Erfolgsrezept bzw. der USP von FunCases?

Eine Handyhülle ist in unserer Generation zu einem Lifestyle- und Fashion-Produkt geworden. Die Person, die sie trägt, kommuniziert so indirekt, was sie gerne mag oder für ein Typ Mensch sie ist. Wer kennt es nicht? Man entdeckt eine witzige Handyhülle und schon ist sie gekauft. Die Wertigkeit ist allerdings eher kurzweilig, sodass sie doch schnell im Müll landet.

Die Idee von FunCases hingegen ist es, dass man sich eine transparente Handyhülle und in Ergänzung dazu verschiedene Einleger kauft, sodass man das Design seiner Handyhülle so oft man mag wechseln kann. Je nach Jahreszeit, Anlass oder Outfit. Daher lautet unser Motto: „CHANGE YOUR STYLE“. Der Vorteil unseres Prinzips ist also nicht nur die Flexibilität sondern auch die Langlebigkeit und Nachhaltigkeit des Produktes. 

Wie viele Produkte bietest Du in Deinem Onlineshop an?

Aktuell bieten wir um die 1000 verschiedenen Produkte an, wobei es sich bei den Handyhüllen-Einlegern um Varianten-Artikel handelt (für verschiedene Handymodelle).

Was war Dir bei der Umsetzung des Onlineshops wichtig? Welche Anforderungen standen im Fokus?

Als ich mit FunCases startete war ich 19 Jahre alt und hatte keine Expertise in der eCommerce-Branche. Ich wollte einfach nur mein eigenes designtes Produkt verkaufen. Anfangs habe ich nur Wert auf das Gestaltungskonzept des Shops gelegt. Die Einkaufswelten und das Digital Publishing Feature haben mir bei der Gestaltung des Shops sehr weitergeholfen. Beim Einrichten des Shops hatte ich tatkräftige Unterstützung von meiner Mutter Birgit Meyer-Lüters, welche selbst Betreiberin von vier Shopware-Shops ist, und der Partneragentur „zwob und stahmann“ aus Bremen. 

Als Design-Studentin habe ich heute natürlich andere Anforderungen an das Design und die Usability. Die Warenpräsentation im Shop ist ein sehr wichtiges Thema, da nicht jeder Shopbesucher unser Handyhüllen-Prinzip direkt versteht. 

Aktuell arbeiten wir an einem Instagram-Shopping-Plugin, sodass der Instagram-Feed von FunCases direkt im Shop integriert ist und die Produkte auch hierüber bestellt werden können.

Welche Tipps kannst Du anderen geben, die auch vom eigenen Shop träumen?

Bereits im Voraus muss eine Vermarktungsstrategie definiert werden. Leider nützt einem der schönste und userfreundlichste Shop nichts, wenn ihn niemand findet. Hinter einem gut laufenden Shop mit entsprechend vielen Bestellungen und einer hohen Conversionrate steckt extrem viel Arbeit.

Um die Strategie zu definieren, ist es extrem wichtig, seine Zielgruppe, deren Bedürfnisse und Interessen zu kennen. Wir arbeiten hierfür mit Personas.

Für uns war klar, dass wir unsere Produkte über Instagram vermarkten wollen. Dort punktet man mit Lifestyle-Fotos. Außerdem kennen wir uns auf diesem Gebiet sehr gut aus, da wir dieses Medium täglich nutzen.

Instagram ist jedoch sicherlich nicht das richtige Medium für jeden Shop und jede Zielgruppe. Man muss sich einfach fragen:

1. Wer ist meine Zielgruppe?
2. Wie spreche ich meine Zielgruppe an?
3. Über welches Medium spreche ich meine Zielgruppe an?
4. Was erwartet die Zielgruppe von meinem Shop?

Hast Du spezielle Social Media Marketing Tipps?

Mit der Zeit lernt man, welcher Content auf welchen Kanälen gut ankommt, was die Follower sehen wollen und was nicht. Wir haben gelernt, dass auf Instagram eine hohe Bildqualität erwartet wird und ein Foto innerhalb weniger Millisekunden überzeugen muss. Die besondere Herausforderung besteht darin, dass die Bilder trotzdem aussehen sollen wie ein zufälliger Schnappschuss - als hätten sich die fancy Sonnenbrille, die aufgeschlagene Zeitschrift und das Macbook mit coolem Bildschirmschoner, sowie die frischen, sommerlichen Blumen ganz zufällig aufs Bild geschlichen. Inmitten dieses Aufbaus dann unsere Handyhüllen. Sieht einfach aus – steckt viel Arbeit hinter.

Funcases-Handyh-llen-Instagram-Feed

Wir posten zwei Bilder täglich. Zu jedem Bild formulieren wir eine coole Bildunterschrift auf Englisch – als vorherrschende Sprache auf Instagram. Die Bildbeschreibung schließt mit der Shopadresse, unserer Signatur und unseren Hashtags ab. Dies bringt Einheitlichkeit in den Aufbau der Bildunterschrift, sodass unsere Follower lernen, wo sie welche Information finden können. 

Zudem fahren wir viele Aktionen und Kooperationen mit anderen Firmen, wie zum Beispiel „Lindt Hello“, welche von unserer Zielgruppe super angenommen werden.

Auch Influencer-Marketing haben wir anfangs betrieben. Allerdings haben wir damit eher schlechte Erfahrungen gemacht. Wir haben die Instagram-Werbeanzeigen für uns entdeckt. Hierbei ist es wichtig, dass man sich intensiv damit beschäftigt, da sonst die Kosten pro Klick schnell teuer werden. Durch unsere Erfahrung im Social-Media-Marketing können wir heute relativ gut abschätzen, welche Werbeanzeigen gut laufen und was nicht funktioniert.

Wir haben für uns definiert, dass nicht nur die Verkaufszahlen wichtige KPI's sind, sondern auch neue Follower. Auch wenn nicht jeder Follower direkt kauft, bedeutet die Investition in neue Follower langfristig natürlich auch neue Kunden, da diese nun täglich unsere Produkte gezeigt bekommen. Außerdem baut man sich mit einer Instagram Community natürlich auch potenzielle Kunden für neue Kollektionen auf. (Wer sich die Handyhülle nicht kauft, kauft sich dann vielleicht eine Kette?!)

 

Das Praktikum

Momentan absolvierst Du ein vierwöchiges Praktikum bei uns. Wie ist es für Dich, Einblicke bei Shopware zu erhalten?

Extrem spannend! Ich interessiere mich ja nicht nur wegen meines eigenen Onlineshops für Shopware oder um ausschließlich neue Features kennen zu lernen. Mich interessiert besonders das Thema "Interface". Dass ich gerade bei Shopware tiefere Einblicke bekomme, ist natürlich die perfekte Kombination für mich. Auch bei der Arbeit an der Weiterentwicklung von Shopware kann ich direkt meine Erfahrungen als Shopbetreiberin mit einbringen.

Zudem unterscheiden sind die Arbeitsprozesse bei der shopware AG deutlich von denen in einer Agentur, was ich sehr spannend finde. Die Unternehmensstruktur, das Miteinander und das Feeling ist bei Shopware ganz besonders. Ich denke, dass Shopware in dieser Branche zu einem der besten Arbeitgeber in Deutschland gehört.

 

Wir sagen herzlichen Dank für das Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg mit Deinem Shop und natürlich mit dem Studium!

Weitere Insights erhaltet Ihr im Talk mit Julia:

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