Teil 3: Kryptowährung – Das sagt der Experte Jochen Fuchs

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Vorwort

jochen-fuchsNach langjähriger Erfahrung im On- und Offlinehandel ist Jochen Fuchs bei der Zeitschrift  t3n als Redakteur für den Bereich eCommerce verantwortlich. Neue Trends sind Fuchs dabei genauso geläufig, wie die Technik hinter den gängigen eCommerce-Systemen.  

 

Als Redakteur der t3n kommst Du viel mit Neuigkeiten des eCommerces in Kontakt. Kryptowährungen und besonders der Bitcoin, erhalten immer mehr Aufmerksamkeit und der Wert steigt sekündlich. Welches Potential siehst Du in diesem?

Innovationspotential steckt vor allem in den Technologien, die hinter den Währungen stecken. Und es ist mehr als bedauerlich, dass sich in den Wahlprogrammen der sieben potentiellen Parteien im zukünftigen Bundestag das Wort Blockchain, Bitcoin, oder etwas Ähnliches nicht auftaucht. 

Ich persönlich glaube weithin fest daran, dass der Bitcoin langfristig das Potential hat, den Status einer nutzwertigen Währung zu erreichen – weg vom, aktuell zutreffenden, Image der Spekulationswährung.

 

Welche Chancen, bzw. Risiken siehst Du in der Kryptowährung?

Die Chancen aus Sicht des Handels liegen für mich vor allem in einer Liberalisierung des Geldmarktes. Aktuell sind die Netzwerke für den Zahlungsverkehr fest in der Hand der großen Netzwerkbetreiber wie Mastercard oder Visa. Der Bitcoin ermöglicht es Transaktionen an diesen marktbeherrschenden Infrastrukturen vorbei abzuwickeln. 

Das größte Risiko dürfte aus meiner Sicht die abnehmende Zahl an Minern sein, die wir gerade erwarten können. Durch die technischen Änderungen an der Blockchain, die ein neuer Standard namens SegWit2x hervorbringen wird, verdoppelt sich die Blocksize im Bitcoin-Netzwerk. Dadurch wird das Minen immer anspruchsvoller und teurer, somit für wenige Nutzer attraktiv. Viele Mitglieder der Bitcoin-Community befürchten, dass dann zu viel Macht in den Händen weniger Miner liegt. Schließlich bestimmt die Rechenpower letztlich darüber, was in der Blockchain passiert. Wer die Rechenpower hat, hat die Hosen an. 

 

In welchen Bereichen erachtest Du es als sinnvoll Kryptowährung einzusetzen? Siehst Du Potential im eCommerce Bereich?

Unbedingt, es ist sinnvoll im E-Commerce Bitcoin einzusetzen. Wenn auch nicht für jeden Händler. Es gibt Provider wie Bitpay, die eingehende Bitcoin-Transaktionen instant in Fiat-Währung, also in klassisches Geld, umsetzen. Da kommt der Händler technisch noch nicht einmal in Berührung mit dem Bitcoin.

Der sichtbarste Effekt einer Bitcoin-Einführung in Onlineshops war früher im Wesentlichen ein reiner Marketingeffekt. Das kann heute immer noch so sein, auch wenn das Thema nicht mehr so zieht, wie früher.

 

Jetzt folgt das große Aber: Nischenonlineshops, die sich an ein nerdiges Publikum wenden, welches vertraut mit dem Einsatz des Bitcoins ist, können damit tatsächlich Umsätze erwirtschaften. Hypothetische Auswirkungen auf die Konversionsrate können wir bei dieser spitzen Zielgruppe mal außer Acht lassen. Aber ein hochpreisiges TechGadget oder ein Macbook lässt einen spürbaren Teil der Marge im Zahlungsverkehr zurück durch das Disagio der Netzwerke. Das lässt sich einsparen durch den Bitcoin. Rewe wird hingegen seine Salatköpfe wohl weiterhin ohne Bitcoin verkaufen.

  

Zum 1. Teil der Serie

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