So verlief der Sortimentswechsel im Pally'Hi Shop

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Vor einigen Monaten haben wir Peter Bauer, Geschäftsführer der erfolgreichen Boardsportmarke Amplid und der Merino Apparel Brand Pally'Hi beim Update seiner Shops von Shopware 4 auf Shopware 5.2 begleitet. Heute darfst Du Dich auf neue spannende Insights freuen, denn auch im Pally'Hi Shop ist der Frühling zu spüren und Du erfährst, wie der Kollektionswechsel verlief. 

Praxiscase: Infos und Tipps zum Artikelupload im Shopware-Shop

Ganz nach dem Motto "Von der Community, für die Community", berichten Peter und sein Mitarbeiter Johannes Ritter, Brandmanger bei Pally'Hi, wie der Artikelimport im Detail verlief, welche Herausforderungen es gab und welche Gratis-Tipps Du mitnehmen kannst, wenn bei Dir ebenfalls ein Sortimentswechsel ansteht. 

Peter Bauer, Pally'Hi

Peter Bauer

Gründer und Geschäftsführer von Pally'Hi

Johannes Ritter, Pally'Hi

Johannes Ritter

Head of Brand und Sales bei Pally'Hi

Peter und Johannes, in Eurem Pally’Hi Shop dürfen sich Eure Kunden seit kurzer Zeit über die neue Frühlingskollektion freuen. Wie viele neue Artikel inkl. Varianten haben Einzug in Euren Shop gehalten? 

Peter: Wir haben ca. 70 neue Artikel, jeweils in fünf verfügbaren Größen. Manche Artikel gibt es in mehreren Farben, aber jede Farbversion ist bei uns von der Logik her ein eigener Artikel. Wir arbeiten mit einer eindimensionalen Variantentiefe, also nur „Größe“. Das ist historisch bedingt: Als wir vor vier Jahren Pally’Hi begonnen hatten, mit einer eher kleinen Kollektion, wollte wir uns breiter darstellen als wir eigentlich waren. Mittlerweile ist unsere Kollektion sehr umfangreich, vielleicht stellen wir irgendwann mal auf die Variantentiefe „Farbe“ und „Größe“ um. 

Wie sah der Import- und Export-Prozess aus? Habt Ihr das Shopware-Plugin hierfür genutzt?

Johannes: Wir arbeiten mit der IMPORT/EXPORT ADVANCED Funktion. Kernstück und sensibelste Fehlerquelle ist hier das Stammdatenblatt, als CSV-Datei. Nur ein kleiner Kommafehler irgendwo, und der gesamte Importprozess klappt nicht. Da muss der Faktor Mensch miteinberechnet werden, also am besten jeden im Team einmal sorgfältig drüberschauen lassen. Wir haben auch die Adleraugen von unsere Agentur dasistweb vor dem Import über unsere Datenblätter schweben lassen. Denn 16 Augen sehen mehr als acht. 

Mit welchem ERP-System arbeitet Ihr?

Peter: Als Warenwirtschaft und FiBu verwenden wir MENTION. Das System ist sehr umfangreich und komplex, aber wir haben die notwendigen Schlüsselfunktionen so angepasst, dass es für den Textilbereich gut funktioniert. dasistweb hat uns bereits vor drei Jahren eine Schnittstelle gebaut, die die Kundendaten inkl. Bestellung vom Shop in die Wawi zieht, aber auch in die andere Richtung die Bestände im Shop hochlädt, wenn B2B-Bestellungen den Warenbestand reduziert haben. Interessant ist: Wir verwenden nicht die Wawi als Herzstück für alle Produktdaten, sondern Shopware. D.h., alle Bilder, alle Produkte mit EAN-Code und Artikelnummer, Short- und Longdescription in drei Sprachen – all dies hosten und pflegen wir im Shop. Weil es einfach komfortabler ist als in der Wawi. Alle bestellungs- und rechnungsrelevanten Daten pflegen wir in der Wawi. 

Konntet Ihr alle Artikel aus Eurer Frühlingskollektion in einem Upload importieren? 

Johannes: Wir haben zwei getrennte CSV-Files hochgeladen: Zuerst eines mit allen produktspezifischen Daten wir Artikelnummer, EAN-codes, Farben, Preisen, etc., und dann ein zweites für die Sprachshops, also Short- und Longdescriptions in jeweils noch Französisch und Englisch. 

Teamarbeit für schnelle Umsetzung empfehlenswert

Konnte der Shop während des Prozesses im Live-Betrieb gehalten werden?

Peter: Ja, logisch. Es waren drei Leute gleichzeitig dran: Michi, unser Graphiker hat im Backend alle Fotos eingepflegt und die neue CSS- bzw. Less-Datei hochgeladen und gleichzeitig die im Vorfeld erstellen Einkaufswelten – also Startseiten, Lookbook, usw. aktivgeschaltet. Ich habe die Kategorien erstellt, bzw. die neuen Produkte zugewiesen und in die anderen Sprachshops kopiert. Johannes hat nebenbei alles korrigiert. Es schleichen sich ja doch immer wieder Fehler ein in diesem Prozess, vorallem, weil es schnell gehen muss. 

Lookbook im Shopware-Shop von Pally Hi

Wie schnell habt Ihr alle neuen Artikeldaten im Shop hochladen können? 

Peter: Der eigentliche Upload dauert ja bekanntlich nur eine Minute pro File. Das Überprüfen der Daten vielleicht zwei Stunden. In diesen zwei Stunden lädt der andere die Produktfotos hoch. Wenn alles gut vorbereitet ist, ist die Operation am offenen Herzen in gut zwei Stunden vorbei. Es kann sein, dass der eine oder andere Besucher auf der Winterstartseite einsteigt, und während des Einkaufens plötzlich im Sommer landet und sich evtl. wundert – aber dafür sieht er plötzlich die vielen neuen Produkte! ;-) 

Sprache für den Default-Shop notwendig

Hat alles so geklappt, wie Ihr es Euch vorgestellt habt oder gab es Hürden?

Johannes: Natürlich nicht – wir hatten einen bösen Denkfehler ganz am Anfang – beim Haupdatenblatt hatten die Beschreibungen für den Default-Shop, in unserem Fall „Deutsch“ gefehlt. Diese wollten wir mit dem Sprach-CSV anschließend hochladen. Aber Shopware braucht die Sprache für den Default-Shop, sonst wird gar nichts angezeigt. Unsere Agentur hat unseren Bug bzw. Bock sofort erkannt und die Spalte mit der deutschen Beschreibung in das richtige CSV kopiert. 

Gibt es für Euch einen jährlich fixen Termin für den Sortimentswechsel oder von welchen Faktoren macht Ihr den Wechsel abhängig?

Johannes: Eigentlich sobald die Kollektion auf Lager ist. Logisch macht’s keinen Sinn, wenn an Ostern in halb Deutschland noch Schnee liegt. Dann warten wir halt ein paar Tage, bis es nach Frühling riecht und die Leute Lust auf sommerliche Klamotten haben. 

Welche Vorgaben habt Ihr für Eure Produktdarstellungen? Arbeitet Ihr z.B. ausschließlich mit freigestellten Bildern?

Peter: Alle Styles werden für diesen Zweck mittlerweile auf Büsten fotografiert und freigestellt. Diese Bilder verwenden dann nicht nur wir im Webshop und in den Workbooks, sondern eben auch andere Retailer, die Pally’Hi online anbieten. 

Nutzt Ihr Abverkaufsaktionen für die Winterkollektion? Wenn ja, setzt Ihr hierfür Shopware Plugins wie die Advanced Promotion Suite sein?

Peter: Unser Winterlager ist fast leer. Wir hatten uns das angesehen, und bereits mit der Promotion Suite rumgespielt – aber haben uns dann doch umentschieden, weil zu wenig Altware vorhanden wäre. Die ist nun in unserem SALE-Bereich zu finden, ohne großen Verkaufsdruck. Ein leeres Lager ist immer gut, und zu viel Ausverkaufslärm ist für eine Marke ja nicht immer konstruktiv. 

Habt Ihr Tipps für andere Shopbetreiber, die einen Sortimentswechsel im Shop planen?

Johannes: Das ist sehr individuell und hängt davon ab, welche Rolle Wawi und Shop spielen. Für uns ist dies die reibungsloseste Prozedur. Getrennte CSV’s, schon alleine wegen der Fehlersuche, hat uns viel Kopfschmerz erspart. Und man sollte so viele Kollegen wie möglich drüberschauen lassen – aber vorher sichergehen, dass alle mit Libre-Calc arbeiten, und nicht mit Excel. Excel öffnet ein CSV-File je nach Grundeinstellung gerne mal als Excel-Arbeitsblatt und speichert dies mit irgendwelchen versteckten Formelautomatismen dann anders ab. Das hat uns vor zwei Jahren ein paar Magengeschwüre gekostet. 

 

Tipps für einen Sortimentswechsel zusammengefasst:

  • Stammdatenblatt als CSV penibelst checken
  • Getrennte CSV's nutzen
  • Mit Libre-Calc, anstelle von Excel arbeiten
  • "Viele"-Augen-Prinzip zur Kontrolle nutzen
  • IMPORT/EXPORT ADVANCED ist nützliches Tool

 

Gingen mit dem Sortimentswechsel noch weitere Veränderungen im Shop einher? Z.B. Anpassungen am Design oder der Usability?

Peter: Wir haben die Navi bzw. die Kategorienstruktur neu angelegt und dabei eine weitere Menütiefe hinzugefügt. Bis dato konnten die Besucher nur über den Attributsfilter auswählen, ob ihnen z.B. T-SHIRTS oder LONGSLEEVES angezeigt werden. Mittlerweile ist die Produktpalette so umfangreich, dass wir bereits im Menü – also unterschieden über Unterkategorien – den Kunden verschiedene „Artikelkategorien“ zur Auswahl anbieten. 

 Navigation im Shopware-Shop von PallyHi

Stehen weitere Veränderungen in Eurem Shop an?

Peter: Das Lookbook, welches auf Basis einer Einkaufswelt aufgebaut ist, wird sich im Laufe der Jahreszeiten ständig ein bisschen anpassen. Mit Drag- and Drop und der Kopierfunktion in andere Sprachen ist das in fünf Minuten erledigt. Auch die Prämienartikel ändern wir konstant, je nach Lagerbestand und Jahreszeit. Aber jetzt konzentrieren wir uns erst mal auf den Verkauf der aktuellen Kollektion – bzw. bereits mit dem Design der Winterkollektion 2019/20. Crazy! 

Vielen Dank Peter und Johannes für die spannenden Einblicke und Tipps!