Preissuchmaschinen: Das ungenutzte Umsatz-Potenzial

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Wer online shoppt, kauft häufig nicht einfach das gewünschte Produkt in einem beliebigen Webstore, sondern vergleicht zuvor erst einmal die Preise. Wie eine aktuelle Statista-Studie zeigt, ziehen über 50 % aller Verbraucher Preissuchmaschinen heran, um sich vor dem Kauf  über ihr Wunschprodukt zu informieren. Besonders gerne genutzt werden laut Statista die Preisportale bei Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten (zusammen ca. 27 %). Sonstige Produktkategorien, die gerne über die Preisportale verglichen werden, sind: 

  • Spielzeug (ca. 10 %)
  • DIY/Heimwerken (ca. 10 %) 
  • Möbel und Haushalt  (ebenfalls ca. 10 %)

Bedeutung von Preissuchmaschinen für Onlineshops

Ausführliche Informationen, in welchen Produktkategorien Preissuchmaschinen besonders erfolgreich als Marketing-Instrument eingesetzt werden, zeigt auch eine Auswertung von Statista. Überdurchschnittlich viele Käufe haben die Preisportale demnach in den Kategorien:

  • Möbel und Haushalt (14 % von gesamten Produktkategorieumsatz)
  • Sport und Outdoor (13 %) 
  • Schmuck und Uhren (12 %) 

Kleidung und Schuhe (7 %) sowie Bücher, Musik, Filme und Videospiele (4 %). Diese Studie zeigt deutlich, dass Preissuchmaschinen-Starategie auf jeden Fall für fast alle Händler zum Marketing-Mix gehören sollte. 

Preissuchmaschinen sorgen für eine hohe Reichweite 

Für Shop-Betreiber stellt sich nicht nur die Frage, ob, sondern auch mit welchen Preissuchmaschinen sich eine Zusammenarbeit lohnen könnte. Ein wichtiges Kriterium für die Auswahl ist natürlich die Reichweite. So zählt alleine Billiger.de pro Tag über 300.000 Besucher. Branchenprimus ist das Preisportal damit jedoch nicht. Auf Platz 1 liegt die Axel-Springer-Tochter Idealo.de. Pro Monat lockt das Portal über 10 Mio. Besucher an. Diese Zahlen sind ein eindeutiges Indiz dafür, wie viele potenzielle Kunden Online-Shops durch die Listung der Angebote auf Preissuchmaschinen erreicht werden können. Hier ein grober Überblick über die Besucherzahlen der vier beliebtesten Vergleichsportale Dutschlands:

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Abb. 1: Ausgewählte Vergleichsportale nach der Anzahl der Visitis im Mai 2018 (in Mio) (Quelle: Statista)

Das Ranking von Preissuchmaschinen nutzen

Um erfolgreich Neukunden zu akquirieren, ist es für Online-Händler unerlässlich, auf solchen Preisportalen zu finden zu sein. Selbst dann, wenn sie nicht mit den niedrigen Preisen anderer Händler mithalten können. Der Grund dafür: starke Rankings der beliebten Preisportale in den Suchmaschinen. So führt eine Google-Suche nach einem Produkt fast immer zu einer Trefferliste, in der mindestens eine, oftmals sogar mehrere Preissuchmaschinen auf der ersten Seite zu finden sind. Hier besteht für die Webshops die Möglichkeit, die Kunden auf die eigene Seite zu locken, die ansonsten wahrscheinlich nicht auf den Shop aufmerksam geworden wären. In der folgenden Grafik haben wir für Dich die Sichtbarkeit der beliebtesten Preisportale Deutschlands zusammengestellt (Stand 2018, laut Sistrix.de): 

Sichtbarkeit-der-Preissuchmaschinen

Bei der Auswahl einer relevanten Preissuchmaschine für ein Onlineshop ist also eine Google-Recherche sehr nützlich. Dabei können folgende Fragen sehr nützlich sein:

  • Welche Preissuchmaschinen erzielen bei den Produkten, die man anbietet, hohe Rankings? 
  • Gibt es weitere thematisch passende generische Suchbegriffe, die Nutzer eingeben, bevor sie sich für eine bestimmte Marke entschieden haben? 
  • Findet man unter den Suchergebnissen für die generischen Keywords auch Preisportale?
  • Falls ja, welche Produkte bzw. Marken sind da vertreten?

Anhand der Google-Ergebnisse für solche Suchanfragen ergibt sich so automatisch eine Liste der Preisportale, mit denen eine Zusammenarbeit sinnvoll wäre.

Welche Preissuchmaschine passt zu Deinem Onlineshop?

Diese Frage kann man nicht eindeutig beantworten. Denn große Reichweite wie im Fall idealo.de bedeutet noch lange nicht, dass diese Preissuchmaschine die perfekte Wahl für Deinen Shop ist. Wir haben für Dich ein paar Tipps vorbereitet, die Dir die Qual der Wahl ersparen sollen: 

Nischen bei den Preisportalen identifizieren

Manche Preissuchmaschinen eignen sich besonders gut für bestimmte Produktgruppen z. B. Elektronik oder haben in einer Nische besonders starke Rankings. Falls Deine Produkte so einer Nische zugehören, ist es sinnvoll, eine in dieser Nische stark vertretene Preissuchmaschen zu bevorzugen ¬– auch wenn diese weniger Traffic aufweist. Denn in diesem Fall ist die Qualität und somit die Kaufbereitschaft der Nutzerströme deutlich höher. Auf diese Weise lassen sich die Streuverluste reduzieren und die Conversion Rate erhöhen.

Buchungskonditionen beachten

Bevor Du Dich für ein Preisportal entscheidest, setze Dich umfassend mit den Konditionen und Buchungsoptionen der jeweiligen Preissuchmaschine auseinander und vergleiche diese. Bei den Preissuchmaschinen wird fast immer nach dem CPC-Modell (Cost-pro-Klick) abgerechnet. Nichtsdestotrotz gibt es auch hier – teilweise – gravierende Unterschiede. So arbeiten manche Portale z. B. billiger.de innerhalb eines Netzwerkes und bieten Traffic nicht nur im Rahmen der Preissuchmaschine selbst, sondern auch Traffic von externen Test- und Vergleichsseiten. Hier solltest Du überprüfen, ob auch diese Webseiten Dir qualitative Besucherströme liefern können. 

Produktinformationen vollständig übermitteln

Trotz des Namens funktionieren Preissuchmaschinen anders als die klassischen Suchmaschinen und liefern die Ergebnisse nicht aufgrund der Rankings oder Preise aus. Auf einem Preisportal kann ein User normalerweise die Suchergebnisse nach mehreren Kriterien filtern z. B. Preis, Farbe, Versand etc. Aus diesem Grund ist es wichtig beim Übermitteln der Produktlisten zu einer Preissuchmaschine die Produktinformationen möglichst vollständig zu pflegen. Die Angaben über Größen, vorhanden Farben, Abmessungen oder Kompatibilität mit anderen Produkten macht Dein Angebot für Kunden attraktiver und schafft vertrauen. Nimm Dir Zeit und vervollständige die Produktdaten mit ansprechenden Bildern, die das Produkt in allen Details zeigen. 

Versand- und Bezahloptionen anbinden

Bei den Preisportalen entscheidet fast immer der Preis. Dabei möchte der Kunde den Endpreis inkl. Versand, Steuer und ggf. Verpackung sehen und nicht den Preis zzgl. MwSt. und Versand ausrechnen müssen. Bietest Du unterschiedliche Versand- und Bezahlarten in Deinem Onlineshop, pflege auch diese Angaben im Produktangebot. Denn je mehr Optionen Du bietest, desto mehr Kunden wird Dein Angebot ansprechen. Kostenloser Versand sollte besonders hervorgehoben werden, denn dies ist oft der entscheidende Grund für einen Kauf. 

Rabatte, Aktionen und Kundenbewertungen anbinden

Die Zielgruppe aller Preissuchmaschinen ist sehr preissensitiv. Falls Deine Marge das zulässt und Du für Deine Produkte zusätzliche Rabatte und Aktionen bietest, übermittele auch diese an die Preisportale. Die Schnäppchenjäger werden sich über die Rabatte freuen. Ebenso wichtig sind echte Kundenbewertungen. Diese bietet – im Gegensatz zu den Rabatten – die Möglichkeit, sich von der Masse der Billig-Anbieter zu distanzieren, und die Kunden zu überzeugen, die nicht so preissensitiv sind, sondern Wert auf Service und Qualität legen. 

Fortlaufende Kontrolle im Preissuchmaschinen-Marketing 

Trotz aller vorbereitenden Maßnahmen lässt sich in der Praxis im Vorfeld kaum bestimmen, welche Preissuchmaschine viele kaufwillige Kunden zu niedrigen Klickkosten vermittelt und welche nur Kosten verursacht. Es gilt deshalb das Motto: „Trial & Error“. Also: Eine Suchmaschine testen und fortlaufend kontrollieren, ob die Zusammenarbeit funktioniert oder nicht. Wenn nicht, sollte kurzfristig reagiert werden, um unnötige Marketing-Kosten zu vermeiden.