Interview mit Developer Evangelist Niklas Dzösch

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Niklas Dzösch ist Core-Entwickler und Developer Evangelist bei Shopware – eine Funktion, die er im Frühjahr von Benjamin Cremer übernommen hat.

Im Interview erzählt der sozialkompetente Nerd von seinen Aufgaben, Herausforderungen und Plänen für die Zukunft.

Hallo Niklas, Linux, Mac oder Windows?

Zum Einstieg eine religiöse Frage, gewagt. :-) Wenn ich kann immer Linux, wenn ich muss Windows, wenn ich es nicht vermeiden kann Mac.

Spaß beiseite. Vor kurzem hast Du Dein Amt von Deinem Vorgänger Benjamin Cremer übernommen. Ist das ein schweres Erbe oder eine leichte Aufgabe?

Es ist eine Herausforderung. Die Herausforderung ist jedoch nicht, Benjamin zu ersetzen, sondern die Rolle auf meine Art auszufüllen. Wir sind verschiedene Persönlichkeiten, auch in der Entwicklung. Die Gespräche, die Shopware-Enthusiasten mit mir auf Konferenzen führen sind andere als die mit Benjamin.

Wie sieht Dein Alltag als Developer Evangelist aus?

Momentan ist es bunter, als ich angenommen hatte. Einen geregelten Alltag gibt es nicht wirklich. Ich gehe aber davon aus, dass sich das noch einpendelt.

Entwickler stehen allgemein im Ruf, Nerds zu sein. Würdest Du Dich selbst als solchen bezeichnen? Dein Channel auf Twitch lässt es vermuten…

Nerd [nɜːd] (engl. modern für „Computerfreak“; ursprünglich für „Sonderling“) ist eine Bezeichnung für begabte an Spezialinteressen hängende Menschen mit sozialen Defiziten.
Ich wäre der Falsche für den Job des Evangelisten, würde der letzte Punkt zutreffen. Der Rest passt.

Du hast schon einige Erfahrungen als Developer gesammelt. Was unterscheidet das Arbeiten bei Shopware von dem in anderen Unternehmen?

Shopware fühlt sich nach Zuhause an, ohne es einem aufzudrängen. Ein „alles kann, nichts muss“ im emotionalen Sinne.

Shopware ist bekannt durch die Markenwerte „offen, authentisch, visionär“. Wie setzt Ihr diese in der Entwicklung um

Shopware selbst ist natürlich quelloffen. Aber die Menschen im Unternehmen selbst sind ebenfalls offen. Sowohl das Verhältnis der Kollegen untereinander als auch die Außenkommunikation empfinde ich als sehr offen. Die Authentizität schließt sich direkt daran an, wir sind wie wir sind. Ohne Anzug und Krawatte, aber nicht minder ernsthaft. Visionär…. Visionen sind das, was uns antreibt. Vom Labs über Hackathons bis hin zu den einzelnen Mitarbeitern selbst wird der Blick ins Morgen mit Spaß und Engagement betrieben.

Was ist Deiner Meinung nach das Erfolgsrezept für den Aufbau und das Zusammenhalten einer Community?

Die Community von Shopware ist tatsächlich ein Grundpfeiler des Projektes. Das Erfolgsrezept liegt in meinen Augen zum Einen am richtigen Produkt und Anderen daran, dass wir die Community ernstnehmen und einbeziehen. Natürlich kann man nicht auf alles und jeden eingehen. Es ist trotzdem wichtig, die Community als Teil von Shopware zu sehen und nicht als irgendwelche Typen da draußen. Das ist es auch, was unsere Community ausmacht: Sie ist ein wichtiger Teil des Ganzen, und ich denke das wissen die Menschen auch.

Eine Frage, die sicherlich die Gemüter bewegt: Brüche versus Stabilität. Wie gehst Du damit um?

Mit Brüche meinst Du hier wohl neue Features an Shopware, die dazu führen, dass Theme- und Pluginentwickler ihre Produkte aktualiseren müssen, damit sie mit der dann neuen Version kompatibel sind.

Nun, ohne zu weit auszuholen, natürlich wäre in der idealen Welt beides möglich, also tolle neue Sachen ohne Brüche.
Da das leider nicht möglich ist sollte man meiner Meinung nach immer schauen, wer denn am Ende profitiert. Eine Neuerung, die einfach nur den Code schöner macht, aber alles bricht, sollte man sich eventuell für eine große Version aufheben. Oder gleich ganz lassen, je nachdem.
Was ich bei Shopware toll finde ist, dass wir eine extrem updatefreundliche Community haben, gerade für das Feld eCommerce. Das bringt auch Verantwortung mit sich, der wir versuchen gerecht zu werden. Trotzdem, Upgrade Notes lesen, Backup machen, Staging nutzen… In größeren Versionssprüngen kommen bei jeder Software Brüche.

Zum Abschluss noch ein kleiner Ausblick. Wo soll es hingehen?

Das ist natürlich so eine Frage bei der man sich seine Antwort nach einem Jahr nochmal anschaut und sich denkt „Ja nee, is klar“. Eine Roadmap gibt‘s von mir daher nicht. :-)

Das Ziel ist es, zusammen mit der Community und den Menschen, die ich kennenlerne, Shopware und mich zu verbessern. Ich glaube, dass Software in der Summe eben mehr ist als der Code. Es geht darum, Menschen für Shopware zu begeistern, aus dieser Begeisterung Feedback zu gewinnen und am Ende für alle etwas ein Stück besser zu machen.

Natürlich werden hier Wille und Realität immer auseinanderklaffen, schon weil ein Tag nur 24h und ein Mensch in der Regel ungefähr zwei Hände hat.

Aber wie mein geschätzter Kollege und Scrum-Master Philipp Schuch sagen würde:
Spirit, Jungs, der Spirit zählt!
In diesem Sinne: Gelegenheiten ergreifen, Wissen sammeln, verteilen und Shopware besser machen, als es eh schon ist.

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