Im Interview: Shopware-Kunde und "Die Höhle der Löwen"-Teilnehmer EinStückLand

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EinStückLand - ein ungewöhnlicher Name für ein junges Unternehmen, der nicht direkt auf das Geschäftsmodell der beiden jungen Unternehmer schließen lässt. Was hinter der Idee und Vision von EinStückLand steckt, haben uns die beiden Gründer im Interview erzählt. 

EinStückLand am 20. November 2018 um 20:15 Uhr auf VOX bei "Die Höhle der Löwen"

Im Interview mit Hinrich und Lina von EinStückLand

Liebe Lina, Lieber Hinrich, stellt doch Euer Unternehmen kurz vor. Wer seid Ihr und wie genau sieht Euer Geschäftsmodell aus?

Hinrich: Moin, wir sind Lina und Hinrich und leben zurzeit im wunderschönen Hamburg. Lina ist gebürtige Hamburgerin, ich bin in Schleswig-Holstein geboren und 2006 nach Hamburg gezogen. 2016 haben Lina und ich uns dann endlich kennengelernt und nur ein halbes Jahr später haben wir unser eigenes StartUp gegründet. Tatsächlich ist das eher selten, aber es hat einfach alles perfekt gepasst. Warum dann die Chance nicht beim Schopfe packen?

Lina: Unser StartUp beschäftigt sich mit nachhaltigem und bewusstem Fleischkonsum. Wir wollen Fleischessen wieder zu etwas Besonderem machen. Seit August 2017 vermarkten wir deswegen online Gallowayfleisch. Bei uns teilen sich Kunden ein Rind und wir lassen es erst schlachten, wenn es komplett vermarktet ist. Besonders achten wir dabei auf die artgerechte Haltung der Tiere. Und unser Schlachter ist ein kleiner Dorfschlachter in 4. Generation.

Hinrich: Genau, denn was uns besonders wichtig ist und zu dem wir von Anfang an stehen: Wir verpflichten uns zu Nachhaltigkeit, Transparenz und Achtsamkeit und stehen für einen respektvollen Umgang mit Mitmenschen, Tieren und Lebensmitteln. Unser Modell basiert darauf, dass wir kleinere Höfe und Betriebe in der artgerechten Haltung unterstützen und sorgen für eine nachhaltige Vermarktung von deren Lebensmitteln. Gestartet sind wir mit Gallowayfleisch.

Wie kamt Ihr auf die Idee Fleisch online anzubieten und welche Vision verfolgt Ihr dabei? 

Lina: Die Idee kam tatsächlich um Weihnachten 2016 rum auf. Denn Hinrichs Eltern züchten in Ost-Holstein eigene Galloway Rinder und hatten uns gefragt, ob wir nicht eventuell mal ein Rind in Hamburg vermarkten möchten, sozusagen unter Freunden. Wir hatten sofort Interesse, haben aber gleich ein bisschen weiter gedacht.

Hinrich: Wenn meine Eltern Probleme bei der Direktvermarktung haben, dann gibt es eventuell auch weitere Züchter, die vor demselben Problem stehen. Wir haben viele Galloway Züchter angeschrieben und tatsächlich: wir stießen auf großes Interesse. Bereits nach einigen Monaten vermarkten wir für fünf Landwirte deren Galloway Rinder.

Lina: Unsere Vision ist denkbar einfach. Wir wollen zum Um-und Nachdenken anregen. Denn irgendwas läuft falsch, wenn Fleisch 24/7 im Supermarkt erhältlich ist und jeder, wann immer er möchte, Filet kaufen kann. Wenn die Menschen mehr über die Herkunft von Lebensmitteln und besonders auf die Haltung der Tiere achten würden, dann würden wir schon einen riesigen Schritt in die richtige Richtung gehen. Wir sehen uns als die Alternative zum Supermarktfleisch an und bieten den Menschen, die in Deutschland wieder ehrliches Fleisch essen möchten, einen Marktplatz. Es muss endlich wieder Vertrauen aufgebaut werden, denn es gibt noch viele ehrliche Landwirte, ehrliche Metzger und Schlachter und viele kleine Betriebe, die gegen die Großen auf Dauer nicht bestehen können.

Onlineshop von EinStückLand auf Shopware-Basis

 

Was ist das Besondere hinter Eurem Prinzip?

Hinrich: Wir hatten ja bereits erwähnt, dass wir ein Tier erst schlachten, wenn es komplett vermarktet ist. Wir haben bei unserem Konzept das altbewährte Prinzip vom Dorf übernommen. Früher haben sich die Familien ein Rind geteilt. Dann hat jeder 1/8 bekommen. Bei uns reservieren Kunden ein 6,5kg Paket, sozusagen 1/28 Rind. Erst wenn alle Pakete vermarktet sind, wird das Rind zum Schlachter gebracht. Warum das Rad neu erfinden, wenn früher vieles richtig gemacht wurde?

Lina: Uns ist wichtig das gesamte Rind zu verwerten. Aus den Knochen machen wir z.B. unseren eigenen EinStückLand  Gallowayfond und die Innereien werden zu Hundefutter weiter verarbeitet. Wenn Fleisch übrig bleibt, dann wird das zu unserer geräucherten Gallowaysalami verarbeitet. In den letzten Monaten haben wir bereits viel erreicht und können das Tier zu 95% komplett verwerten. Außer das Fell hat noch keinen Abnehmer. Aber da sind wir dran.

Hinrich: Wir setzen sehr stark auf das Thema Nachhaltigkeit, auch wenn für viele dieses Wort nur noch eine Phrase ist. Wir verzichten z.B. komplett auf Styropor und isolieren unsere Versandpakete mit Stroh. Gekühlt wird mit Wasser, welches wir einfrieren. Das Stroh kann dann beim Kunden einfach in die Biotonne oder auf den Kompost gegeben, das Wasser zum Gießen der Pflanzen verwendet werden.

Verkauft Ihr Euer Fleisch auch regional in einem klassischen Ladengeschäft?

Lina: Seit gut sechs Monaten haben wir einen kleinen Laden eröffnet. Dort bieten wir jeden Donnerstag von 16-19 Uhr und jeden Freitag von 9-12 Uhr einige gute Teilstücke an. Er heißt: "Deine Speisekammer" und ist in der Segebergerstraße 121 in Kayhude zu finden. Wir setzen dabei nicht auf die Primecuts, sondern auf die guten und bekannten Schnitte wie Braten, Rouladen, Gulasch, Hackfleisch, Rumpsteak, Filet, Bratwurst etc. 

Hinrich: Unser kleiner Laden wird gut in der Umgebung angenommen und für uns ist es immer wieder toll unsere Kunden auch einmal persönlich kennenzulernen. Selbst bei unseren Online-Bestellern pflegen wir immer einen direkten Kontakt. Jeder Kunde soll wissen, dass er bei Problemen oder auch Wünschen etc. uns anschreiben kann. Lina und ich sind immer für unsere Kunden da und gerade der Kundenservice ist für uns so wichtig, wie die artgerechte Haltung der Tiere. Denn unsere Philosophie sagt aus, dass wir für einen respektvollen Umgang mit Mitmenschen, Tieren und Lebensmitteln stehen. Und so sollte es eigentlich überall sein.

Darum entschied sich EinStückLand für Shopware  

Seid Ihr Neueinsteiger im eCommerce oder hattet Ihr vor dem Wechsel zu Shopware bereits einen Onlineshop?

Wir haben den ersten Schritt ins eCommerce mit einem einfachen auf WordPress basierten Shop gemacht. In den ersten Monaten konnten wir damit ganz ordentlich arbeiten und herausfinden, ob unsere Geschäftsidee ankommt. Je bekannter unser Unternehmen wurde, desto schneller merkten wir, dass der Shop vor allem in der Bestellabwicklung an seine Grenzen stieß und uns zu sehr hemmte.

Warum habt Ihr Euch für Shopware als neue eCommerce Lösung entschieden?

Ein Freund von uns hat sein Geschäft mit Shopware realisiert und so kamen wir damit in Kontakt, informierten uns und in ersten Gesprächen mit unserer neuen Partner-Agentur Netzkombyse wurde klar, dass uns Shopware bereits im Standard in der Automatisierung so deutlich unterstützen kann, dass es für uns eine einfache Entscheidung war, den Shop weiterzuentwickeln.

Welche Shopware Edition nutzt Ihr und welche technischen Besonderheiten wurden umgesetzt?

Im Einsatz ist die Shopware Professional Edition. Eigens für unser sehr spezielles Geschäftsmodell wurde ein Plugin realisiert, welches die Ohrmarken verwaltet und die sehr spezifische Kommunikation zum Kunden steuert. Ansonsten setzen wir ausschließlich auf vergleichsweise wenige Plugins aus der Community. Logistisch lässt sich noch sagen, dass wir mit shipcloud arbeiten und dort eigens eine GO!-Integration umgesetzt wurde, da wir auf diesen Logistiker für die Overnight-Auslieferung setzen.

Habt Ihr den Shop allein realisiert oder arbeitet Ihr mit einem Shopware-Partner zusammen?

Wir haben uns mit der NetzKombyse GmbH eine auf Shopware spezialisierte Agentur ins Boot geholt, die unserer Geschichte im Frontend visuell Ausdruck verliehen hat, andererseits aber auch einen sehr genauen Fokus auf unsere interne Prozessoptimierung gelegt hat, um uns Skalierung des Geschäftsmodels zu ermöglichen.

Was hat sich durch den Einsatz von Shopware verbessert?

Einerseits sind wir in der Lage, den Shop ansprechender zu gestalten, Inhalte entsprechend unseres speziellen Verkaufskonzeptes aufzubereiten. Aber ein ganz entscheidender Zugewinn ist die Entlastung, die wir durch Automatisierungen, die uns jetzt erst in die Lage versetzt, skalieren zu können, ohne dadurch personell aufstocken zu müssen. Das ist gerade für uns als Paar, die wir EinStückLand betreiben, ein enormer Zugewinn.

Wie sieht Euer Fazit zum neuen Online-Shop aus?

Mit dem neuen Shop haben wir nun endlich eine Plattform, die uns mit automatisierten Prozessen den Freiraum schafft, mehr Zeit für unser Kerngeschäft und den Ausbau neuer Geschäftsfelder zu haben. Es ist für uns ebenso erheblich leichter geworden, unseren Kunden unsere Produkte emotionaler näherzubringen und uns online so professionell zu präsentieren, wie wir es mit unseren Produkten von Tag 1 an machen. Nun passt das Einkaufserlebnis von Online & Offline perfekt zusammen.

Vielen Dank für Eure Offenheit! Wir drücken Euch für Euren Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ fest die Daumen und sind gespannt auf Euren Nachbericht.

Zum Onlineshop von EinStückLand

 

Deal or No Deal?

In der nächsten Folge erfährst Du, ob Lina und Hinrich einen der Löwen überzeugen konnten, was sich seit dem "Die Höhle der Löwen"-Auftritt verändert hat und welche Pläne die beiden für die Zukunft haben. Alle Neuigkeiten des Unternehmens könnt Ihr bis dahin auch auf Social Media verfolgen. Folgt dazu einfach  Ein Stück Land auf Facebook oder einstueckland.de auf Instagram

 

Weitere Shopware-Kunden, die es in die Höhle der Löwen wagten:

Folge 1: Shopware-Kunde und „Die Höhle der Löwen“-Teilnehmer „GEARFLIX“ im Portrait

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So bereitet sich Gesund & Mutter auf "Die Höhle der Löwen" vor