Fünf Kniffe gegen Warenkorbabbrüche

Tipps-gegen-Warenkorbabbrueche-von-Shopware

Du betreibst einen Onlineshop und möchtest wissen, aus welchen Gründen der Kaufprozess eines Kunden abgebrochen wurde? Dich interessiert, an welchen Stellschrauben Du drehen musst, um die Warenkorbabbrüche zu reduzieren und Deine Conversionrate zu erhöhen? Wir geben Dir fünf Tipps.

Die häufigsten Gründe für Warenkorbabbrüche

Zahlreiche Studien und Untersuchungen haben die folgenden Gründe als Hauptursache identifiziert:

  • Produkt war woanders billiger
  • Suche nach Online-Rabattcodes
  • Hohe Versandkosten
  • Fehlende Produktinfos
  • Langer und umständlicher Kaufprozess
  • Kundenkonto erforderlich
  • Unpassende Zahlungsmethoden
  • Shop ist nicht vertrauenswürdig
  • Technische Probleme

In diesem Blogbeitrag erhältst Du Praxistipps, wie Du mit einfachen Mitteln Deine Conversionrate erhöhst.

#1 – Window-Shopper zum Kauf bewegen

Auch im Onlinebusiness gibt es sie – die Window-Shopper. Sie surfen durch das Internet wie bei einem gemütlichen Stadtbummel und wollen sich über die neuesten Trends informieren. Ein netter Zeitvertreib eben. Um sich das Produkt zu merken bzw. im Hinterkopf zu behalten, wird es in den Warenkorb gelegt. Eigentlich wissen diese Window-Shopper aber, dass sie das Geld lieber sparen wollten.

Zur Aktivierung dieser Zielgruppe habt Ihr mehrere Möglichkeiten:

Gutscheine direkt in den Onlineshop einbinden

Bietet der Händler selbst Gutscheine an, hat es für ihn meist mehrere Vorteile. So ist zum einen weniger wahrscheinlich, dass der Kunde in einen anderen Shop wechselt, um die Preise zu vergleichen, und zum anderen wird suggeriert, dass der Kunde gerade ein Schnäppchen ergattern kann. Ist der Code zudem zeitlich begrenzt, wird Druck erzeugt. So macht das der Onlineshop home24.de und wirbt direkt in der Produktübersicht mit einem Gutscheincode. Auf diese Weise wird der Kunde gleich in zweierlei Hinsicht im eigenen Onlineshop gehalten. 

Rabatt-Code gegen Warenkorbabbrüche bei Home24

 

Aktionspreise anbieten

Den Kaufdruck kann man außerdem mit Liveshopping erhöhen. Beim Liveshopping wird ein Produkt zu einem Aktionspreis angeboten. Dieser Preis ist nur in begrenzter Stückzahl oder in einem begrenzten Zeitraum gültig. Dem Kunden wird das Gefühl gegeben, dass der ein ultimatives Schnäppchen verpasst, wenn er nicht direkt zuschlägt.

Ein Best Practise Beispiel dafür ist Timingo.ch. Wie erfolgreich der Shop mit dem Liveshopping-Tool ist, könnt Ihr in unserer Case Study nachlesen.

Liveshopping bei Timingo

 

Remarketing-Kampagnen über Google AdWords

Wenn es richtig eingesetzt wird, ist Remarketing ist ein wirksames Tool, um ehemalige User erneut anzusprechen. Hat ein Kunde ein Produkt in den Warenkorb gelegt, es aber nicht gekauft werden die Interessenten über gezielte Werbebanner bspw. im Google Displaynetzwerk in den Shop zurückgeleitet. Um Remarketing zu nutzen, muss das Remarketing-Tag zu allen Seiten des Shops hinzugefügt werden. Das Remarketing-Tag ist ein kleines Code-Snippet, das in AdWords generiert wird.

Wie Ihr eine Remarketing-Liste erstellt, wird in der Google AdWords-Hilfe detailliert beschrieben. Hier geht es zur Anleitung. 

Passende Plugins

Für ein vernünftiges Remarketing sollten auch Inhalte dynamisch übermittelt werden. Mit diesem Plugin z.B. werden auch die Artikel an Google übermittelt, die der Besucher sich angesehen hat:

Mit dem Facebook Pixel könnt Ihr Eure Besucher zusätzlich im Facebook-Werbenetzwerk erreichen.

 

Mailing an die Warenkorbabbrecher

Neben Remarketing-Anzeigen im Google oder Facebook Display Netzwerk, kannst Du Deine Kunden auch via e-Mail reaktivieren.

Bei Shopware helfen Dir die Product- und Customer Streams personalisierte Inhalte an Deine Kunden zu senden. Die Streams sind dynamische Filter, die sich in definierten Intervallen selbst aktualisieren. Mit den Customer Streams können Kunden im Backend in Streams gefiltert und anschließend über den intelligenten Newsletter individuell angesprochen werden.

Im Newsletter kannst Du Deine Kunden mit den folgenden Triggern reaktivieren:

  • Rabatte gewähren
  • Bundles anbieten
  • Versandkostenfreie Lieferung anbieten
  • Stückzahl des Produktes zeigen, wenn nur noch wenige verfügbar sind
  • Erinnern, dass das Produkt noch im Warenkorb liegt
  • Wenn es sich um Kleidung handelt, mach Deinen Kunden Vorschläge, mit welchen weiteren Kleidungsstücken es sich kombinieren lässt 

 

#2 - Versandkostenfreie Lieferung anbieten

Versandkosten sind und bleiben Conversion-Killer. Ein Online-Shopper erwartet heutzutage einen kostenlosen Versand und Rückversand. Aus diesem Grund solltet Ihr die Versandkosten schon bei der Preiskalkulation der angebotenen Produkte berücksichtigen und auf diesen Kundenvorteil deutlich hinweisen. 

 

Retouren vermeiden

Noch wichtiger ist es, dass Ihr die Retourenquote von Anfang an möglichst niedrig haltet. Der erste Schritt dazu ist, das Produkt möglichst realistisch im Shop darzustellen. Detaillierte Produktbeschreibungen, die der Realität entsprechen und hochauflösende Bilder sind hierfür erforderlich.

Ein Best Practice Beispiel dafür ist der Onlineshop von Dynafit. Die Produkte enthalten zahlreiche Beschreibungen zur Passform, zum Einsatzbereich und zum Material.

Produktdetailseite von Dynafit

Die Beschreibung ist übersichtlich und anschaulich gestaltet. Zusätzlich zur Beschreibung sind beim Produkt mehrere Fotos hinterlegt, die die Produkte im getragenen Zustand zeigen und die genauen Details der Produkte zeigen. 

Bilder des Produktes auf einer Produktdetailseite von Dynafit

 

#3 - Kaufprozess reduzieren

Zu viele Schritte bis zum Kaufabschluss führen dazu, dass Kunden eher dazu geneigt sind, den Prozess abzubrechen. Vermeidet unnötige Ebenen, die Eure Kunden nur noch mehr Zeit zum Überlegen geben.

Im Shopware Community Store findet Ihr dafür z.B. zahlreiche Plugins, die den Schnellkauf über die Kategorieansicht ermöglichen. Diese eignet sich besonders für Bestandskunden, die schon mit dem Produkt oder dem Onlineshop vertraut sind.

 

Eine weitere Prozessreduktion erreicht Ihr, indem Ihr Eurem Kunden die Möglichkeit bietet, als Gast zu bestellen. Bei Gastbestellungen wird die Zeit gespart, die für das Anlegen eines Kundenkontos benötigt wird. Die Gast-Option ist im Shopware-Standard bereits enthalten. Vorteil dabei ist, dass Eure Kunden nicht zu viele Daten von sich preisgeben müssen.

#4 - Sichere Zahlungsmethoden anbieten

Ein Onlineshop, der nur die Zahlungsoption „Vorkasse“ anbietet, wird wahrscheinlich eine sehr schlechte Conversionrate haben. Die beliebteste Zahlungsmethode der Deutschen ist immer noch der „Kauf auf Rechnung“. Für Eure Kunden bietet diese Option die größte Sicherheit, da keine Bankdaten im Internet angegeben werden und erst bezahlt wird, wenn das Produkt auch wirklich angekommen ist und den Erwartungen entspricht. 

Die ECC-Payment-Studie Vol. 21 gibt an, dass Paypal die zweitbeliebteste Zahlungsmethode der Deutschen Onlineuser ist.

ECC-Payment-StudieQuelle: ECC

 

#5 - Sicherheit vermitteln

Vor allem kleine, unbekannte Shops bekommen das Misstrauen von Kunden zu spüren. Umso wichtiger ist es, die eigene Marke zu stärken und Vertrauen zu vermitteln. Das beginnt schon bei einem detaillierten Impressum. Eine umfangreiche Seite, die Euch und Euer Unternehmen beschreibt, vermittelt potenziellen Kunden ebenfalls ein Gefühl von Sicherheit. Das Storytelling-Feature von Shopware eignet sich dafür besonders gut. 

Best Practise Beispiel Wurstladen.de:

Vertrauen vermitteln online: Best Practice von Wurstladen

Best Practise Beispiel Rausch.de:

Brand Building online: Best Practice von Rausch

Weitere Faktoren, die Sicherheit ausstrahlen:

  • Kontaktmöglichkeiten: Service-Hotline, eMail-Adresse, Kontaktformular
  • Hinweis auf Rückgaberecht
  • Chatfunktion anbieten
  • Bewertungen und Gütesiegel einbinden

Im Onlineshop von Foodist wird das vorbildlich umgesetzt:

Sicherheitsanforderungen im Onlinehandel: Best Practice von Foodist

 

 

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Warenkorbabbrüche zu vermeiden. Mit Shopware hast du im Backend die Möglichkeit, Warenkorbabbrecher zu identifizieren und zu tracken. Dafür steht Dir unter dem Punkt „Auswertungen“ im Reiter „Marketing“ eine detaillierte Abbruch-Analyse bereit. In der Auswertung siehst Du, bei welchen Artikeln die Kaufprozesse abgebrochen wurden und wie häufig. Dank der Identifikation der Ausstiegsseiten, erkennst Du genau, welche Gründe es für die Warenkorbabbrüche gibt und an welchen Stellschrauben Du in Deinem Shop drehen kannst, um sie zu reduzieren.

Wenn Ihr das Nutzerverhalten Eurer User trackt, ist es wichtig, die gesammelten Daten auch richtig zu bewerten und Euren Shop daraufhin zu optimieren. Das wichtigste dabei ist, dass Ihr es anpackt! Bleibt stets am Ball - der eCommerce ist dynamisch.