Folge 2: Die Vorbereitungen zur Theme-Entwicklung

Theme-Entwicklung

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Nachdem Ihr mich in der ersten Folge unserer Serie kennengelernt habt, erhaltet Ihr heute konkrete Einblicke, wie ich mich auf mein erstes Projekt bei Shopware, die Theme-Entwicklung, vorbereitet habe, gebe Euch Tipps, auf was Ihr achten solltet, wenn auch Ihr Themes für Shopware erstellen möchtet – und Euch etwas Geld dazu verdienen wollt. Da Ihr sicherlich wichtige Infos aus dem Video noch einmal nachlesen wollt, habe ich Euch die Key Facts aus dem Film sowie weitere Infos und Tipps im weiteren Verlauf dieses Blog-Artikels zusammengefasst. Jetzt aber erstmal „Film ab“ – Viel Spaß mit der zweiten Folge: 

Wie versprochen, ist hier die Zusammenfassung mit einigen, noch detaillierteren Infos für Euch:

Welche Frage solltet Ihr Euch als erstes stellen, wenn Ihr ein Theme entwickeln möchtet?

Die erste zentrale Frage sollte sein, für welche Zielgruppe Ihr das Theme entwickeln möchtet. Unterscheidet zwischen zwei Zielgruppen: Zum einen sind es die Shopbetreiber, die im Community Store nach einem Theme suchen und zum anderen sind es Endkunden, die anschließend im Online-Shop einkaufen.

Wichtige Kriterien, nach denen der Shopbetreiber sein Theme auswählt, sind:  

  • Verbindung zur Branche
  • Qualität
  • Sicherheit
  • Update-Fähigkeit
  • persönlicher Geschmack (Design-Ansatz)
  • Preis-Leistungsverhältnis
  • Skalierbarkeit

Der Endkunde bewertet den Shop nach:

  • Optik/Gesamteindruck
  • Produktpräsentation
  • Seriosität/Sicherheitsmerkmale
  • Usability
  • Checkoutprozess

Sicherlich kann ein Template für jede Branche und für jedes Corporate Image individuell angepasst und umgefärbt werden. Damit ein Template aber „rund“ wird, empfehle ich Euch mit einem gezielten Thema, z.B. Mode, Technik oder Kids zu arbeiten.

Aus der großen Shopware eCommerce Studie 2016 ging übrigens hervor, dass ein Großteil der befragten Shopware-Händler in den Branchen „Bekleidung und Accessoires“ (14,53%), „Nahrungs-, Genussmittel und Getränke“ (14,06%), „Bau, Garten & Heimwerkerbedarf“ (11,25%) und „Möbel & Einrichtungsgegenstände“ (10,63%) aktiv sind. Also schon mal ein wichtiger Hinweis für Eure Themenwahl.

Aber auch in der Entwicklung von Themes für den B2B-Bereich liegt enormes Potenzial für Euch. So zeichnete sich in der Studie ab, dass mehr als die Hälfte unserer befragten Shopbetreiber (53%) heute sowohl im klassischen B2C- als auch im B2B-Bereich tätig ist.

Wie können aus dem stationären Handel bekannte Einflussfaktoren wie Licht oder Farben auf das Theme übertragen werden?

Im stationären Handel gibt es für die perfekte Produktpräsentation eigene Mitarbeiter, die den ganzen Tag nichts anderes tun. Visual Merchandiser beschäftigen sich z.B. mit Laufrichtung, Licht- und Farbeinflüssen und haben immer das Ziel, Produkte stilvoll in Szene zu setzen und optische Anreize zu bieten. So wird neben einer teureren Hose beispielsweise auch ein passendes günstiges Shirt gehangen, um das Cross-Selling anzukurbeln. Genau dieses Thema hat Shopware mit Storytelling wunderbar ins Rollen gebracht.

Content_marketing_using_Shopware_s_responsive_template-1

Mit dem Theme sollte nun überlegt werden, wie der Endkunde perfekt abgeholt wird. Sinnvolle Fragen, die Ihr Euch hierbei stellen solltet, sind: 

  • Wie soll der Shop generell aufgebaut sein?
  • Was ist auf der Startseite zu transportieren?
  • Wie sind die Kategorien oder Produktgruppen gegliedert?
  • Machen vielleicht Landingpages an gewissen Stellen Sinn?
  • Wo sollte der User abgeholt werden?
  • Was für Aktionen sind zwischendurch geplant?
  • Gibt es ein Saisongeschäft?

Gibt es geschlechterspezifisches Kaufverhalten, das im Theme berücksichtigt werden sollte?

So unterschiedlich Männer und Frauen auch sind, so unterschiedlich ist auch das Kauverhalten. Beispielsweise sind viele Frauen immer auf der Suche nach modischer Inspiration und neuer Kleidung – das kann ich nicht nur privat bestätigen, sondern wird auch durch eine aktuelle Studie des IFH Köln und der HSE24 belegt, nach der 54 Prozent der Befragten angaben, gerne während des Fernsehens mit dem Smartphone nach Fashion-Produkten zu suchen. 77 Prozent der befragten Frauen zwischen 25 und 40 Jahren gaben zudem an, häufiger mit dem Smartphone nach Mode shoppen, als noch vor drei Jahren.Der Mobile-First-Gedanke ist also unverzichtbar.

Erfahrt mehr in der Studie

Dass aber im Bereich Fashion auch in der Zielgruppe Männer hohes Potential liegt, zeigt die Studie „E-Commerce 2015 – Wie wir wirklich online einkaufen“ des ECC Köln und OTTO. Aus dieser geht hervor, dass der durchschnittliche Warenkorb der männlichen Shopper höher ist als der, der Frauen.

Umso wichtiger ist es also, dass Ihr die Endkunden-Zielgruppe, für die Ihr das Theme entwickeln möchtet, genau untersucht und wachsam für neue Trends seid. Ist die Zielgruppe eher weiblich oder männlich? Wie alt ist sie? Wo und wie kauft sie ein? Welche Dinge sind ihr beim Einkauf wichtig etc.?

Weitere Tipps zum Thema Gender-Marketing findet Ihr hier:

Shopware: Mit SHEcommerce den Umsatz verfünffachen – Interview mit Diana Versteege

Marketing im Pott: Gender Marketing: Frau und Mann spezieller umwerben?

mittelstand Die Macher: Gender Marketing: Der kleine Unterschied

Welche Anforderungen sollte eine Schriftart im Theme erfüllen?

Im gesamten Shop sollte die höchste Priorität sein, dass jeder Text gut lesbar ist. Das Fashion-Theme, das ich entwickele, baut auf dem Responsive-Theme auf, um die bestehende Funktionalität und Responsivität zu nutzen. Recht schnell wird aber auch deutlich, dass an manchen Stellen der Text nicht kleiner oder größer sein sollte als bisher. Generell sind auf der Startseite, auf Bannern oder Landingpages Schmuckschriften eine gelungene Abwechslung.  

Was ist im Hinblick auf Skalierbarkeit bei der Erstellung von Themes zu beachten?

Bei der Entwicklung von Shopware-Themes solltet Ihr auf jeden Fall berücksichtigen, dass das Theme mit den Shopware Premium Plugins kompatibel ist. Denn viele Shopbetreiber haben die Premium Plugins im Einsatz, sodass die Komptabilität ein wichtiges Auswahlkriterium bei der Suche nach einem neuen Theme ist. Zudem sollte das Theme nach dem Mobile First Gedanken entwickelt werden und responsive sein. Weiter kann ich empfehlen, Kategorien vorzuplanen und sinnig zu gruppieren.

Denkt darüber hinaus daran, Landingpages einzuplanen. Diese sollten den User einfach und „schön“ zum Ziel führen und natürlich auch auf mobilen Endgeräten funktionieren. Bei zu vielen Landingpages erhält der Kunde allerdings das Gefühl, nicht zum Produkt zu kommen. Deshalb solltet Ihr immer sicherstellen, dass der Kunde mit wenigen Klicks zum Produkt gelangt.

Wie kann eine gute Usability für ein Theme hergestellt werden?

Aus meiner Sicht ist es das Wichtigste, dass Ihr die Mitbewerber und den Marktführer der Branche sichtet, für die Ihr das Theme entwickeln möchtet. Recherchiert hierbei, was der Online-Shop gut macht und wie er dies umgesetzt hat. Anschließend könnt Ihr dann überlegen, welche Dinge Ihr in das eigene Theme übernehmen wollt. Besonders hilfreich ist es auch, eine Testbestellung durch eine neutrale Person durchführen zu lassen. Lasst Euch von dieser Person beschreiben wie sich die Usability anfühlt, was gut funktioniert, welche Dinge ggf. geändert werden sollten. Denn wir vergessen schnell, wie „gelernt“ vieles ist. Also ist ein Feature nur dann gut, wenn es dem echten User fast nicht auffällt.

Wo erhaltet Ihr weitere Tipps und Inspirationen?

Hier findet Ihr eine kleine Übersicht, interessanter Plattformen, auf denen Ihr nach Inspirationen für Euer Theme schauen könnt und vielleicht sogar den einen oder anderen weiteren Tipp erhaltet:

Abhängig davon, für welche Branche Ihr ein Theme entwickelt, lohnt es sich aber auch, dass Ihr nicht nur im Internet recherchiert, sondern auch in Eurem Umfeld nach links und rechts schaut, Euren Bekanntenkreis interviewt und Euer eigenes Kaufverhalten analysiert. Genauso mache ich es auch bei meinem Shopware-Fashion-Theme.

Alle Tipps habe ich Euch hier nochmal in einer Checkliste zusammengefasst:

checkliste-Theme-Entwicklung

Coming soon: Von der Theorie zur Praxis

In der nächsten Folge nehme ich Euch mit an meinen Arbeitsplatz. Weg von der Theorie geht´s dann hin zur Praxis. Ich erkläre Euch, wie ich die heute genannten theoretischen Vorbereitungen in meinem Fashion-Theme umsetze. Seid Ihr wieder dabei?

Ich freu‘ mich auf Euch, 

EureJulia