Ein eigener Onlineshop vs. Marktplatz: Vorteile, Nachteile, Symbiosen

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Du möchtest Deine Produkte online verkaufen? Sicherlich ist eine Deiner vielen Überlegungen, ob Du mit einem Onlineshop starten und/oder Deine Produkte über einen Marktplatz anbieten solltest. In welcher Situation sich was für Dich empfiehlt und worin die Vorteile eines eigenen Onlineshops liegen, erklärt Dir heute unser Technology Partner uptain. 

Vorteile einer Marktplatz-Strategie

Vielen angehenden Online-Händlern erscheint es sinnvoll, ihr Produkt auf einem großen Marktplatz anzubieten. Die Vorteile hierbei sind:

  • es erscheint zunächst günstiger
  • es ist bequemer
  • es wird direkt Umsatz generiert
  • sofortige Reichweite 

Jedoch ist es wichtig, zukunftsorientiert zu denken und insbesondere zum Aufbau einer Marke, auch einen eigenen Onlineshop zu betreiben. Ein Marktplatz kann nicht alle Fähigkeiten eines Onlineshops abdecken. 

Verkaufen über Marktplätze: Nachteile

  • Beim Erstellen eines Onlineshops können auf Dich zunächst höhere Kosten (für z.B. Shopsystem, Marketing, Warenwirtschaftssystem…) zukommen. Das Risiko ist somit höher, als bei einem Marktplatz, da Besucher auf der Webseite nicht gewährleistet sind und die Investition gleichzeitig größer ist.

Nichtsdestotrotz ist ein Marktplatz langfristig kostenintensiver, was auf die kontinuierlichen Gebühren und Provisionen der Anbieter zurückzuführen ist.

Marktplatzgebühren für Onlinehändler

Infoquelle Amzaon: https://services.amazon.de/programme/online-verkaufen/preisgestaltung.html, bezogen auf das professionelle Anbieterkonto. Die kategorienabhängigen Verkaufsgebühren sind hierin nicht berücksichtigt.

  • Es ist ein verlockendes Angebot, das Marketing des Marktplatzes nutzen zu können und von dessen Reichweite zu profitieren. Besucher auf der Seite sind gesichert und das Produkt muss kaum durch eigene Maßnahmen bekannt werden. Somit kann mit wenigen Kosten direkt Umsatz generiert werden. Gleichzeitig ist die Marge aufgrund der Provisionen deutlich geringer.
  • Zusätzlich zu der geringeren Marge sinkt auch der Verkaufspreis auf einem Marktplatz. Die Konkurrenz ist hier größer und der Kunde hat die Möglichkeit Produkte direkt zu vergleichen und sie sogar nach Preisen aufsteigend zu sortieren. Wobei er sich meistens für das günstigste Produkt mit den besten Bewertungen entscheidet. Somit steigt der Preisdruck und ein Produkt muss häufig günstiger verkauft werden, als im eigenen Shop. 
  • Wenn Du Deine Artikel über einen Marktplatz vertreibst, bist Du auch abhängig von diesem. Ein aktuelles Beispiel zeigt die angekündigte Schließung des Markplatzes DaWanda. Die Plattform für Handmade-Produkte hat seine Händler über die Schließung zum 30.08.2018 informiert. So wurden Händler plötzlich überrascht, müssen sich nach Alternativen umsehen, ihre Produkte exportieren und vorallen Dingen eine neue Community aufbauen. Dies zeigt, wie stark die Abhängigkeit zwischen Händler und dem Erfolg eines Marketplatzes ist.

Mit einem Onlineshop transportierst Du Deine Marke

Auf einem Marktplatz fehlen die Möglichkeiten mit anderen Mitteln als dem Preis und dem Produkt selbst zu überzeugen. Alles ist durch die Betreiber geregelt und die Händler sind an Richtlinien und Vorgaben gebunden. 

Als Verkäufer fehlt es Dir besonders an: 

Individualität

Hast Du einen eigenen Onlineshop, kann die Individualität dessen auch über den Kauf entscheiden. Ist die Webseite schöner, hipper, vertrauenswürdiger, aufgeräumter und bietet einen besseren Kundenservice, z.B. zusätzliche Dienstleistungen oder bessere Lieferzeiten als die des Konkurrenten, kauft der Besucher in diesem Shop ein, obwohl das Produkt vielleicht sogar mehr kostet.

Flexibilität

Du möchtest selbst alles entscheiden können: Antwortzeit, Länge der Lieferzeiten, Retouren-Bestimmungen, soll der Rückversand kostenlos sein?

Manchmal ist es unmöglich die strengen Vorgaben eines Marktplatzes einzuhalten. Schafft man dies nicht, sind schlechte Bewertungen der Kunden die Konsequenz. Im schlimmsten Fall darf man nicht mehr auf dem Marktplatz verkaufen.

In einem eigenen Shop kannst Du selbst über die Vorgaben entscheiden, die für Dich möglich und für den Kunden zufriedenstellend sind. 

Kontrolle

Im Onlineshop hast Du außerdem die Möglichkeit, die Performance Deiner Produkte und Deiner Webseite zu tracken. Auf dem Marktplatz hast Du dies nur bedingt und hier können Deine Zahlen für eigene Statistiken genutzt werden. Sehen die Betreiber des Marktplatzes, dass Dein Produkt sich gut verkauft, bestünde die Möglichkeit, dass sie selbst ein ähnliches Produkt zu einem besseren Preis anbieten und Du Kunden verlierst. 

In einem Onlineshop kannst Du allein die Kennzahlen Deines Shops einsehen und hast es so selbst in der Hand, Deine Webseite ständig zu verbessern und Besuchern dabei zu helfen, zu Kunden zu konvertieren – z.B. durch eine bessere UX, Serviceleistungen und Rückgewinnunng von Kaufabbrechern. Hierfür gibt es nützliche Plugins, die Dir Dein Shopsystem zur Verfügung stellt. Eines dieser Plugins ist z.B. „Rückgewinnung von Kaufabbrechern“. Mit diesem Tool kannst Du Warenkorbabbrechern vorbeugen und sie durch personalisierte Mailings zurückholen. 

Fazit: Nutze alle Chancen, die sich Dir bieten!

Besonders zu Beginn lohnt es sich auf einem Marktplatz einzusteigen, weil das Risiko nur gering ist. Nebenbei solltest Du Dir einen eigenen Onlineshop aufbauen. In dieser Phase kannst Du Erfahrungen sammeln und mit diesem Wissen im eigenen Shop besser planen und kalkulieren. 

Achte darauf, Deine Produkte gut auf den Kanälen zu verteilen. Du kennst sie am besten und solltest wissen, welches Produkt Du lieber nur im eigenen Shop anbietest, weil es exklusiv ist bzw. stark zu Deiner Marke beiträgt. Günstigere Produkte, die in einer hohen Stückzahl verkauft werden, kannst Du gut auf dem Marktplatz anbieten.