eCommerce Trends 2018 - Social Commerce

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Das Einkaufsverhalten der Gesellschaft befindet sich stetig im Wandel. In den letzten Jahren wachsen die eCommerce-Umsätze weiter und weiter. Laut aktuellem eCommerce-Report 2017 vom europäischen Dachverband Ecommerce Europe und dem Händlerbund, setzt Deutschland in diesem Jahr 73 Milliarden Euro im eCommerce um. Damit wird der Umsatz um 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wachsen. Kontinuierlich kommen innovative Geschäftsmodelle hinzu, die sich besonders intensiv mit den unterschiedlichsten Social-Media-Kanälen beschäftigen und Vorreiter im Bereich Social Commerce sind.

Beim Social Commerce, auch Social Shopping genannt, wird im Gegensatz zum reinen Onlinehandel, über soziale Netzwerke oder anderweitige Interaktionen eine aktive Beziehung zum Kunden eingegangen und die Beziehung zwischen Kunden forciert. Das Ziel dabei ist es, den Kundenstamm zu erweitern und eine positive Reputation im Web zu erzeugen.

Social Shopping ist zwar kein neues Geschäftsmodell aber, gerade in Anbetracht der steigenden Nutzerzahlen von Social Media Netzwerken, von großer Bedeutung in der heutigen Gesellschaft. Getreu unseres Leitmottos auf dem Shopware Community Day 2017 glauben wir fest daran, dass wir bei allem technischen Fortschritt den Menschen nicht aus den Augen verlieren dürfen. Genau dieser Leitgedanke ist ein Grundbaustein von Social Commerce. 

Empfehlungsmarketing als Baustein von Social Commerce

Um den Kundenstamm zu erweitern, steht beim Social Commerce das Empfehlungsmarketing im Fokus. Laut Definition ist das Empfehlungsmarketing oder auch Word-of-Mouth-Kommunikation eine Form der direkten persönlichen Kommunikation zwischen Konsumenten innerhalb eines sozialen Umfeldes. Häufig findet die Kommunikation über Social-Media-Kanäle wie Facebook, Instagram, Pinterest oder Youtube statt.

Um das Empfehlungsmarketing zu stärken, legen Social Commerce Unternehmen viel Wert auf hohe Interaktionsraten der Kunden. Erfolgreiche Social Commerce Unternehmen stehen im direkten Austausch mit ihren Kunden und stellen die persönliche Beziehung und Transparenz in den Vordergrund, wodurch sich die Loyalität der Kunden extrem erhöhen kann und die Marke sehr geschätzt wird.

Der Fokus beim Prinzip "Social Commerce" liegt daher auf den authentischen Produktempfehlungen, die Nutzer anderen Nutzern direkt oder indirekt aussprechen. Kaufbedürfnisse werden dadurch geweckt und Kaufentscheidungen vereinfacht. Mit diesen Empfehlungen verbreitet sich somit nicht nur das Vertrauen in das Produkt, sondern auch die generelle Aufmerksamkeit und somit die Reichweite des Unternehmens.

TIPP

Solltest Du Dich dazu entscheiden, Dein Unternehmen in ein Social Commerce Business zu verwandeln, überlege Dir im Voraus genau, wie Du vorgehen willst. Im Folgenden findest Du einige Fragen, die Dir zur Orientierung dienen können:

  • Ist Dein Business dafür überhaupt geeignet?
  • Passt Social Commerce zu Deiner Philosophie?
  • Welche Social-Media-Kanäle bespielst Du aktuell?
  • Hast Du Ressourcen in Deinem Unternehmen frei?
  • Welche Methoden willst Du einsetzen, um User Generated Content und Empfehlungen der Nutzer zu erzeugen?

Fange zunächst klein an und teste verschiedene Methoden, um die User zu animieren. Bleibe dabei immer authentisch. Bei den Posts in den Kanälen gilt der Grundsatz: “Qualität vor Quantität”. Um wahrgenommen zu werden und die gewünschte Interaktion von Nutzerseite zu erzielen, bedarf es relevanter, zielgruppenspezifischer Inhalte. In Zeiten überfüllter Timelines und neuen Algorithmen, sollten die User nicht mit einer Masse nebensächlicher Posts bombardiert werden. Zudem müssen die Inhalte für die einzelnen Kanäle optimiert werden. Auf Instagram sind andere Bildformate notwendig als auf Facebook. Ein umfassendes Sheet dazu findet Ihr beispielsweise hier.

 

Methoden für Emfpehlungsmarketing im Netz

Klassische Methoden für Empfehlungsmarketing finden zu Beginn eines Business‘ zunächst meist offline statt. Dazu zählt zum Beispiel die ‚Zwei-statt-eins-Methode‘, bei dem ein Verkäufer gleich zwei Visitenkarten abgibt, mit der Bitte, die zweite an eine weitere interessierte Person weiterzugeben. Solche Methoden funktionieren auch im Netz. Hier einige Beispiele:

Freunde werben

Eine typische Methode um Neukunden über Empfehlungsmarketing zu werben, ist das Verteilen von Rabatt-Gutscheinen bei Weiterempfehlungen. Baue dazu eine eigene Landingpage, damit das Konzept langfristig in Deinen Shop integriert ist. Beispiele Westwing schenkt 20 € für eine Weiterempfehlung:

 

Beispiel Landingpage Westwing Freunde einladen

Hellofresh schenkt 20 € für eine Weiterempfehlung:

Hello Fresh Landingpage Freunde einladen

Influencer Marketing

Ob es nun ein Hype ist, oder nicht - dass das Influencer Marketing eine verkaufsfördernde Wirkung hat, wurde kürzlich durch eine BVDW-Studie belegt. Vom Grundprinzip ist das sogenannte Influencer Marketing nichts anderes als das klassische Empfehlungsmarketing. Der Unterschied hierbei ist, dass die „Influencer“ in den Sozialen Medien eine größere Community erreichen, da sie sich eine Fanbase aufgebaut haben. Es gibt zahlreiche Erfolgsbeispiele, bei denen Unternehmen ihre Verkaufszahlen mit Influencer Marketing deutlich gesteigert haben.

Doch mittlerweile setzen immer mehr Unternehmen auf die sogenannten Micro Influencer, weil sie nicht in erster Linie auf Reichweiten und Followerzahlen schauen, sondern Wert auf authentisches Engagement und organisches Wachstum setzen. Die Micro Influencer haben laut Definition eine nicht so hohe Fanbase, wie bspw. ein Mesut Özil, aber spezialisieren sich auf ein bestimmtes Themengebiet, wodurch sie meist glaubwürdiger sind. Zusammen mit den Unternehmen produzieren sie relevanten Content für die Zielgruppe.

Odernichtoderdoch - Best Practice Beispiel für Social Commerce

Odernichtoderdoch ist eine Marke der 100TAUSENDLUX Group und agiert seit 2014 als Social Commerce Welt mit nahbaren und authentischen Inhalten. Das Produktsortiment umfasst diverse Schreibwaren, Kalender, Wohnaccessoires und weitere Lifestyle-Artikel, welches aktiv von der Community mitgestaltet wird.

Das Erfolgsgeheimnis und gleichzeitig das Fundament der Unternehmenskommunikation ist die Glaubwürdigkeit, was auf die Gründungsgeschichte zurückzuführen ist. Odernichtoderdoch war ursprünglich der persönliche Lifestyle- und Fashion-Blog von Joana Heinen, der Gründerin. Schon damals hat sie mit authentischen Inhalten und Gedanken viele Leser erreicht.

Beispiel

Auf diesem Bild sieht man ein Schneidebrett aus der Küchenchaos-Kollektion von Odernichtoderdoch. Der Beschreibungstext spiegelt wider, was sich das Design-Team des Unternehmens bei der Produktentwicklung gedacht hat.

Odernichtoderdoch Instagram Post von einem Schneidebrett mit dem Titel Sag mal weinst Du oder ist das die Zwiebel

Mit über 13.000 Likes und über 260 Kommentaren weist dieser Post eine hohe Interaktionsrate auf. Natürlich können aus diesen Zahlen keine direkten Sales-Umsätze abgeleitet werden, aber sie zeigen, dass Odernichtoderdoch relevante Inhalte für die Community erstellt. Wie in diesem Beispiel zu sehen, werden zahlreiche weitere User verlinkt, sodass sich die Reichweite der Posts und somit des Unternehmens schnell erhöht. Um die Interaktion der Kunden zu aktivieren, stellt das Odernichtoderdoch-Team regelmäßig offene Fragen und fordert dazu auf, Kommentare abzugeben.

 

About You: Influencer Marketing und User Generated Content

About You ist einer der erfolgreichsten deutschen Fashion-Onlinehändler. Der Erfolg von About You begründet sich auf dem Idol-Konzept. Influencer wie beispielsweise Mode-Blogger oder andere TV-Gesichter können eigene Profile einrichten, um aus dem Sortiment von About You Outfits und Empfehlungen zusammenzustellen und durch Umsatzbeteiligungen an den Abverkäufen beteiligt werden. Im Onlineshop werden die „Lieblingsoutfits“ vieler verschiedener bekannten Gesichter aus Social Media oder dem TV auf eigenen Landingpages zum Nachshoppen vorgestellt. Der Fashion-Händler baut ganze eCommerce-Welten um die Idole und emotionalisiert diese stark.

Andre Schürrle in der Influencer Kampagne von About You

Um dies zu erreichen, wird zusammen mit dem Idol der komplette Social Media Content an einem Tag aufbereitet und erstellt. Dazu zählen Shootings, Videos usw., wobei die Influencer ihren Followern direkte Einblicke gewähren. Dem Unternehmen ist dabei besonders wichtig, die Authentizität der Idole zu wahren. So vielfältig die Modegeschmäcker der Gesellschaft sind, so vielfältig ist auch die Auswahl der Influencer – von großen Stars bis hin zu Nischen-Bloggern.

Seit letztem Jahr hat nun sogar jeder Nutzer die Möglichkeit, Outfits, Collagen, Fotos und Produktlisten zu erstellen. Nutzer können sich untereinander folgen und so ihre Reichweite auf der Plattform ausbauen. Mit diesem Schritt verfolgt About You die Idee durch User Generated Content noch mehr Reichweite und Kundenbindung zu erzielen.

Erfolgsfaktoren von Social Commerce

Wenn an den richtigen Stellschrauben gedreht wird, dann kann Social Commerce extrem erfolgreich sein. Wie Du an den Beispielen erkennst, ist die richtige Ansprache der Zielgruppe ein entscheidener Faktor. Die wichtigsten Tipps im Überblick:

  • Verwende zielgruppenrelevante Informationen
  • Sprich Deine Kunden aktiv an
  • Fordere zur Interaktion auf
  • Nutze die Kommunikationsfreude Deiner Kunden
  • Verwende Bewertungsfunktionen, Rankinglisten und Kommentare
  • Gehe transparent mit Fehlern um

 

Fazit:

Social Commerce ist mit der steigenden Bedeutung von Social Media Netzwerken immer wichtiger für den Erfolg von Onlinehändlern geworden. Mit einer authentischen Kommunikationsstrategie kannst Du mit Hilfe von Social Media Kanälen Wachstum erzeugen. Der Aufbau einer Community und der direkte Austausch unter den Kunden steht beim Social Commerce im Fokus. Das Potenzial von Gruppenbewegungen hat auch Facebook-CEO Mark Zuckerberg für sich erkannt und pusht dieses Thema ganz offensiv. Bleibe auch Du mit Deinen Kunden in Kontakt und stelle sie und ihre Bedürfnisse in den Fokus Deiner Handlungen.