Neue Umsatzsteuerregeln ab 2015 – Wer ist betroffen, was ist zu tun?

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Ab dem 01.01.2015 müssen laut der Richtlinie 2008/8/EG die Händler und Dienstleister beim Verkauf ihrer Online-Produkte (und Leistungen) die Umsatzsteuer in dem EU-Land abführen, aus dem der Käufer stammt.

Die Änderung der oben genanten Richtlinie fordert von allen Shopbetreibern in allen EU Mitgliedsstaaten die Anpassung der Anrechnung der Umsatzsteuer.

Lädt also ein Kunde aus den Niederlanden ein Film-Angebot einer deutschen Online-Videothek, muss der in Deutschland sitzende Betreiber die Umsatzsteuer in den Niederlanden abführen. Shops, die also in alle Mitgliedstaaten der EU verkaufen, müssen das Steuerrecht von allen 28 Ländern beachten.

Welche Angebote zählen dazu?

Grundsätzlich sind nur “nicht physische” Produkte und Dienstleistungen betroffen

  • Downloads
  • Streamingangebote
  • E-Books
  • Hosting
  • kostenpflichtige Mitgliederportale
  • Online Datenbanken
  • Verkaufsplattformen (Dienstleister)

Grundsätzlich sind nur die Anbieter von B2C Angeboten betroffen. Reine B2B Händler sind ausgenommen. Und wie gesagt, physische Ware ist nicht betroffen.

Was ist zu tun?

Wer seinen Shop für verschiedene Länder öffnet, muss sich nun nicht mehr nur um die Sprache und evtl. andere Zahlungssystem kümmern, sondern auch sich mit den steuerrechtlichen Regelungen und den damit einhergehenden Meldepflichten in jedem EU-Land beschäftigen und sich im jeweiligen Land steuerrechtlich registrieren lassen. Denn eins gilt: Betroffene Anbieter müssen den Meldepflichten im jeweiligen Land nachkommen und alle dazugehörigen Regelungen kennen und einhalten. Tun sie das nicht, müssen sie mit den Konsequenzen rechnen, die das jeweilige Steuerrecht im betroffenen Land vorsieht.

Die Challenge

Gegenüber privaten Kunden müssen die Preise im Shop immer brutto, also inklusive Umsatzsteuer angezeigt werden. Da die EU-Länder nun halt verschiedene Steuersätze haben, muss das bei der Darstellung für das jeweilige EU-Land natürlich berücksichtigt werden. Das muss das Shopsystem können! Hier also sofort prüfen und wenn nötig handeln. Wichtig ist hier, das man so früh wie möglich erkennt, aus welchem Land der Besucher kommt und man die entsprechenden Steuern dann korrekt anzeigt. Spätestens im Checkout, nach der Nennung der Lieferlandes muss es passen! Gleiches gilt natürlich für die Rechnungstellung. Das Ganze gilt übrigens auch für Anbieter außerhalb der EU, die Ihre Produkte hier anbieten. 

 

Dieser Artikel wurde von Dietmar Sicking auf blog.opuco.de veröffentlicht.

 

In unserem Wiki Artikel, welcher fortlaufend erweitert/aktualisiert wird, finden Sie eine kompakte Übersicht zum Umgang mit der neuen Umsatzsteuer-Regel in Shopware. 

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