Let's get einhorny! – Die Macher von einhorn.my im Interview

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Philip Siefer und Waldemar Zeiler sind Gründer und Geschäftsführer des Berliner Kondom-Startups einhorn.my und verdienen mit veganen Kondomen ihr Geld. Die Jungunternehmer sind insbesondere für ihr ausgefallenes Marketing bekannt.

 

Philip und Waldemar, was wir schon immer wissen wollten: Wie oft kann man eigentlich ein Kondom benutzen?

Ein einziges Mal, bloß nicht öfter, macht das niemals! Was Ihr eigentlich wissen wolltet: wie viele Orgasmen kann man mit einem Kondom haben? Dürfen wir aber leider nicht mehr beantworten...

 

Mal im Ernst: Ende vergangenen Jahres wurdet Ihr verklagt, weil Ihr mit einem Spruch geworben habt, der nach Ansicht des Gerichts zur Mehrfachnutzung von Kondomen verleitet. Wie hat Euch das PR-mäßig genutzt?

Wie viele Sachen im Leben, ist auch Erfolg manchmal das, was man draus macht. Wir waren in einer echt blöden Situation und haben uns dazu entschieden, sie trotz hoher Kosten und viel Ärger mit Humor zu nehmen. Das hat sich enorm ausgezahlt: von den New York Times bis zu den New Zealand News waren wir in allen Zeitungen. Wir haben übrigens nie mit dem Spruch geworben, sondern er stand lediglich auf der Packung als kleiner Gag.

 

Man kann sagen, dass Eure jüngere Geschichte fast so bunt ist, wie die Produkte selbst. Aber fangen wir vorne an. Wie kommt man auf die Idee, vegane und nachhaltige Kondome zu verkaufen?

Ich (Philip) war tatsächlich Kondome kaufen und fand Positionierung und Angebot irgendwie altbacken. Ich habe ein Foto vom Regal gemacht und es an Waldemar geschickt, der gerade in Südamerika auf einer Bananen Plantage stand. Nach ausführlicher Recherche haben wir ein Crowdfunding als Test gestartet, danach gab es kein Halten mehr.

 

Und warum gerade online?

Naja, einen kleinen Laden mit einer neuen Kondom- Marke aufzumachen ist, glauben wir zumindest, kein sonderlich nachhaltiges Geschäftsmodell. Online konnten wir hingegen sofort eine große Gruppe von potentiellen Kunden erreichen und beliefern. Kondome als solches sind außerdem ein perfektes eCommerce Produkt: leicht, recht günstig und kaum Retouren.

 

Wieso setzt Ihr auf Crowdfunding? Sind vegane Kondome etwa nichts für „normale“ Investoren?

Ich bin mir sicher, dass auch „normale Investoren“ durchaus an veganen Kondomen interessiert sind (wir wissen es sogar). Aber lasst mich ganz von vorne anfangen. Crowdfunding unterteilt sich in zwei grundsätzlich unterschiedliche Modelle: Crowd-Investing und „Vorbestellungen“. Wir haben letzteres auf Startnext, einer Plattform ähnlich wie Kickstarter, gemacht. Es werden keine Anteile abgegeben, sondern es wird Ware verkauft und erst wenn das Projekt erfolgreich gefunded wurde ausgeliefert. Ein riesiger Vorteil ist also, dass alle Anteile bei den Unternehmern bleiben. Außerdem lernt man so sehr viel über das Produkt selbst und darüber, ob die Kunden es wirklich mögen und auch kaufen würden. Sozusagen ein bezahlter Proof of Concept.

 

Ihr seid im Moment dabei, Euren aktuellen Shop auf Shopware umzustellen. Gibt’s da schon etwas Interessantes zu sehen? 

Viel gibt’s da leider noch nicht zu sehen. Wir migrieren gerade unseren aktuellen Shop zu Shopware, und hoffen, dass wir ganz schnell super Ergebnisse präsentieren können.

 

Wenn man Euren Shop öffnet, wird man von Farben und bunten Bildern fast überrollt. Hat dieser außergewöhnliche Marketing-Stil einen Namen?

Die t3n hat mal gesagt, es sieht so ähnlich aus wie Andy Warhol. Wir haben gesagt: es soll vor allem Spaß machen, lustig sein und was zu gucken geben.

Der Stil heißt „einhorny“.

 

Ist Storytelling eigentlich ein Thema für Euch? Wie könnte die perfekte Storytelling-Kampagne für Kondome aussehen?

Ungefähr so: Zwei junge Unternehmer aus Berlin unterhalten sich darüber, wie man die Welt besser machen kann. Als einer von ihnen beim Einkaufen Kondome anschaut, fällt es ihnen auf: Kondome sind ein Naturprodukt...

 

Habt Ihr schon mal über einen Konfigurator für individuelle Kondom-Verpackungen in Eurem Shop nachgedacht?

Nee, wir machen unsere Designs nur mit Künstlern. Konfiguratoren sind zwar super, aber man muss auch nicht alles konfigurieren. Und wenn, dann hätten wir super Support aus Philips erstem Start-Up „Stickvogel“. Die machen den ganzen Tag nichts Anderes.

 

Ihr verkauft unter anderem ein Kondom-Abo mit 2.555 Stück zum Kurs von 2.190 Euro. Ganz ehrlich, wer kauft sowas?

Ihr werdet euch wundern, aber natürlich sind große als auch kleine Kunden bei einhorn nicht nur beim Sex geschützt, sondern auch was die Daten angeht! Aber so viel kann ich euch verraten: Unsere Kunden bestellen überdurchschnittlich viele Kondome und die meisten von ihnen haben Abitur. Für einige ganz besondere Einhörner haben wir übrigens sogar schon eigene Rabatt Codes eingerichtet, zum Beispiel für Influencer oder „very frequent user“.

 allepackungnen3

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