Kennt Ihr Eure Kunden oder macht Ihr Euch u.U. strafbar?

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Wenn Ihr im Store in der Kategorie "Rechtssicherheit" nach Plugins schaut, werdet Ihr auch auf das Plugin von Aquatuning stoßen: "Sanktions-/Terrorlisten Prüfung von Lieferanschrift". Sicherlich stellt sich der ein oder andere von Euch die Frage, was es damit auf sich hat. Um ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen, erklärt Euch heute Nathanael Draht, Geschäftsführer von Aquatuning, die Hintergründe des Plugins:

Nathanael, „Sanktions-/Terrorlisten Prüfung von Lieferanschriften“ – Die Bezeichnung Eures Plugins hört sich „gefährlich“ an. Worum genau geht es hierbei?

Ich kann versichern, dass das Plugin harmlos ist, „gefährlich“ wird es nur wenn ein Shopbetreiber an eine Person, Firma oder Organisation, welche sich in der Sanktionsliste befindet, ein Paket sendet, auch wenn dies unwissentlich passiert. Der Staat hat hierbei die Exportkontrolle auf den Unternehmer hin verlagert. Die Verordnung verpflichtet alle Unternehmen zu neuen, höchst komplizierten Maßnahmen, um verbotene Geschäftskontakte zu erkennen und zu verhindern. Es stehen drakonische Strafandrohungen (§ 34 Abs. 4 und 7 des Außenwirtschaftsgesetzes, AWG) mit bis zu 15 Jahren Freiheitsentzug und Geldstrafe bis 500.000 Euro im Raum.

Von wem werden diese Sanktionslisten geführt?

Die Sanktionslisten werden leider nicht zentral, sondern von verschiedenen Behörden / Ministerien  von Deutschland, anderen EU-Ländern, der EU selbst, Großbritannien und den USA sowie Kanada erstellt und unregelmäßig ohne Ankündigung aktualisiert.

Laufen alle Shopbetreiber Gefahr, wenn sie ihre Kunden nicht mit dieser Liste abgleichen?

Leider ja. Im Kern bedeutet das: Jede Lieferung in ein Drittland – egal ob in die Schweiz, nach Hongkong oder in die USA – muss daraufhin untersucht werden, ob der Empfänger eine Namesähnlichkeit zu einer in den Listen genannten Personen aufweist bzw. einem genannten Unternehmen nahe steht. Zuletzt sind in den Sanktionslisten sogar Firmen innerhalb Deutschlands aufgetaucht, so dass nun sogar Shopbetreiber betroffen sind, die nur innerhalb Deutschlands versenden. 

Sind Dir in diesem Zusammenhang bereits strafrechtliche Fälle im Onlinehandel bekannt?

Der ganze Vorgang der Sanktionslisten ist recht neu. Mir ist aktuell kein Fall bekannt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die strafrechtlichen Konsequenzen im Nachgang den Shopbetreiber kalt erwischen können, beispielsweise wenn in 3 Jahren eine Prüfung durchgeführt wird, bei der dann ein zurückliegender Verstoß entdeckt und bestraft wird. Ebenfalls höchst kritisch sehen wir die Drohung, dass sich ein Shopbetreiber im Verstoßfall selber auf die Sanktionsliste setzt, und entsprechend nicht mehr beliefert werden darf. Diese würde in der Regel das Geschäft sofort ruinieren.

Welchen Schutz bietet Euer Plugin unseren Shopbetreibern?

Das Plugin prüft die Versandanschrift gegen die aktuell verfügbaren Sanktionslisten. Dabei nutzen wir eine fehlertolerante Laut- und Wortklangsuche um auch bei geringfügigen anderen Schreibweisen die Ähnlichkeiten im Namen und der Anschrift zu entdecken. Je nach eingestellter Fehlertoleranz wird dann eine Email an eine wählbare Adresse versendet. Wir empfehlen die Bestellung dann nicht auszuliefern und sich an die zuständigen Behörden zu wenden um den Bestellversuch eines sanktionierten Empfängers anzuzeigen.

Vielen Dank Nathanael, für das Interview und Deine Informationen. 

Weitere Infos zum Plugin

Das Plugin "Sanktions-/Terrorlisten Prüfung von Lieferanschriften" findet Ihr im Community Store.

Zum Plugin

Wenn Ihr mehr über das Plugin und dessen Leistungen erfahren möchtet, könnt Ihr Euch direkt bei Aquatuning melden, Tel.: +49 (0) 5205 9919819 oder eMail: info@aquatuning.de

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